Sanitärtag 2015

«Gemeinsam zum Ziel» als Motto

Den 500 Fachleuten wurde am Sanitärtag 2015 ein breites Spektrum an Themen geboten.
Manuel Fischer /

Der diesjährige Sanitärtag 2015, der am letzten Dienstag im Oktober in Bern durchgeführt wurde, bot den fast 500 Berufsleuten eine eindrückliche Palette an Fachthemen.

Am Vormittag war Gelegenheit, sich mit neuen Begriffen und Definitionen der neuen VKF-Brandschutzrichtlinien vertraut zu machen. Bei der Planung wird neu unterschieden zwischen Standardkonzepten (bauliches Konzept, Löschanlagen-Konzept), wo Brandschutzmassnahmen detailliert vorgeschrieben werden und dem so genannten «objektbezogenen Konzept» als alternativer Ansatz, wo die Bauherrschaft einen ausgewogenen Mix an baulichen, organisatorischen und technischen Massnahmen für den Brandschutz wählen kann. Klassifikationen, etwa bei den Gebäuden (solche mit geringer Höhe bis 11 Meter, mit mittlerer Höhe bis 30 Meter und Hochhäuser über 30 Meter) werden vereinfacht, andere Kategorien neu eingeführt (4 Brandverhaltensgruppen).

Energiefragen für Sanitärfachleute
Ebenso galt es zu verstehen, inwiefern die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) den Fachbereich Sanitär-Wasser-Gas beeinflussen werden. Diese formulieren neue Anforderungen an die Wärmeenergienutzung im Gebäudebereich, welche teilweise auch die Sanitärfachleute betreffen. Präsentiert wurden «erlaubte» Standardlösungen aus nachgerüsteter Gebäudehülle und effizienterer Wärmeerzeugung auf der Basis Erdgas im Neubau und im Bestandesbau. Kompetente und umsichtige Kundenberatung wird in Zukunft mehr denn je gefragt sein und das reine Austauschgeschäft von Gasbrennern oder ähnlicher Komponenten mit der Zeit ablösen.

Warmwasser-Verteilung
Neue Normen fürs Trinkwarmwasser (SIA 385/1 und /2) sollen den Komfort bei der Entnahme von Warmwasser und die Hygiene des Trinkwasser-Verteilsystems gewährleisten. So werden u.a. die Ausstosszeit und die Mindesttemperaturen für alle entscheidenden Stellen im Verteilsystem eindeutig definiert (Schutz vor Legionellen durch Mindesttemperaturen a) Wassererwärmer Austritt mind. 60 °C; b) Entnahmestelle: mind. 50 °C sowie c) für warmgehaltene Leitungen 55 °C).

Partnerschaft nach innen und aussen
Der mittlere Teil der Tagung war auf betriebswirtschaftliche Fragen der Branche fokussiert. Schwierigkeiten, die durch nicht offen deklarierte Leistungen oder nicht geklärte Leistungsabgrenzungen entstehen, sind ein häufiges Thema in der Branche. Man skizzierte Lösungsansätze, die demnächst durch Merkblätter vertieft dargelegt werden.  
Mit Interesse folgte das Plenum den Ausführungen von Jürg Bernhard zu situativ und zu Persönlichkeiten im Betrieb angepassten Führungsstilen. Vertreter aus Grosshandel und Generalunternehmerschaft plädierten für ein partnerschaftliches Miteinander auch in Zeiten sich eintrübender Baukonjunktur. HK-Gebäudetechnik wird in der Folgenummer vertieft über die Tagung berichten.