Schweizer Solarpreis 2010 für Monte-Rosa-Hütte: «Ja, aber ...»

Dennis Härtig /

Am Freitag, dem 3. September ist der Schweizer Solarpeis 2010 verliehen worden. In der Kategorie «Gebäude» erhielt auch die neue Monte-Rosa-Hütte des SAC auf dem Kleinen Matterhorn eine Auszeichnung. Gemäss einer SDA-Meldung in der Aargauer Zeitung vom 6. September sowie einer Pressemitteilung der Jury sei die Hütte jedoch weniger energieeffizient, als ursprünglich angekündigt. Man habe nachgerechnet und sei zum Ergebnis gekommen, dass der Selbstversorgungsgrad an Energie der Hütte insgesamt nur etwa 64% statt der angegebenen 90% erreiche, so die Jury. Dem treten die Planer und Konstrukteure der SAC-Hütte entgegen und erklären, dass sich die 90% Energieautonomie auf die zu verbrauchende Energie ohne diejenige Energie verstehe, welche in der Küche gebraucht werde. Dies habe man auch immer kommuniziert. Die Küche beziehe ihre Energie aus Propangas bzw. aus Rapsöl - und dies müsse jeweils kostenintensiv mit dem Helikopter eingeflogen werden.

 

Ein weiteres Problem der Hütte sei derzeit die überschüssige Energie, die dank der Photovolatikanlage an der Südfassade der Hütte zwar produziert aber nicht für später gespeichert werden könne. Allerdings sei ein Batteriespeicher an Ort und Stelle durchaus montierbar, um die Solarstromüberschüsse besser zu speichern, heisst es seitens der Konstrukteure auf Anfrage der Solarpreis-Jury. Und auch ein Wasserstoffspeicher für die Küche sei machbar. Wasserstoff könnte hier zum Kochen eingesetzt werden. Nicht zuletzt dieses Argument überzeugte die Preisrichter soweit, dass sie am Ende die Monte-Rosa-Hütte mit einem der Solarpreise 2010 auszeichneten.

 

Monte-Rosa-Hütte: Hype ungebrochen - mehr Unfälle

 

Die Beliebtheit der neuen Monte-Rosa-Hütte ist weiterhin sehr gross. Gemäss verschiedenen Zeitungsberichten zufolge ist sie sogar ein Opfer ihres eigenen Erfolges geworden. Denn seit der Eröffnung hätten bereits über 9000 Personen in der Hütte übernachtet, am Ende der Saison werden es an die 10 000 sein, heisst es von Seiten der Besitzerin der Hütte, der SAC-Sektion Monte Rosa. Man habe nie mit solch hohen Zahlen gerechnet, so der Hüttenverantwortliche. In der alten Hütte hätten pro Jahr immer nur zwischen 5 und 6000 Personen übernachtet.

 

Doch die hohe Beliebtheit der Hütte macht sich auch in einer höheren Anzahl von Unfällen bemerkbar. Die Wanderer unterschätzen die Route und das Terrain sehr häufig und haben oftmals sogar nur normale Turnschuhe an. Allein in diesem Jahr musste die Rega über 20 Mal ausrücken, weil Wanderer sich aufgrund unzureichender Ausrüstung verletzt hatten oder aus Erschöpfung nicht mehr weiter mochten.

 

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