Die Sektion suissetec Nordostschweiz engagiert sich mit einer originellen Aktion für den Nachwuchs

Jugendliche bauen Raketenmobile

Jugendliche haben sichtlich Spass beim Testen ihrer Fahrzeuge.
Das reichhaltige 2-tägige Workshop-Programm auf einen Blick.
Die Resultate der Reichweite der Raketenfahrzeuge wurde gruppenweise ausgewertet.
Die Geberit-Rohrverbindung ist ein wichtiges Element des Raketenantriebs.
Eine der vier siegreichen Gruppen des Wettbewerbs.
Fast wie im «echten Leben» erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.
Marcel Künzi, Manuel Fischer /

In den Frühjahres-Schulferien 2019 sind an der STFW unter dem Titel «Ferienplausch» Tüftler-Workshops durchgeführt worden. Spengler- und Sanitärinstallateur-Lernende unterstützten die Jugendlichen tatkräftig.

In vielen Gemeinden gibt es Angebote unter dem Begriff «Ferienplausch», die Schüler und Schülerinnen gegen ein bescheidenes Entgelt nutzen. Meistens handelt es sich um musische Angebote, aber auch solche, die im weitesten Sinne als «Werken» zu verstehen sind. In diesem Zusammenhang haben einige Gemeinden auch so genannte Tüftelworkshops angeboten oder mindestens auf sie verwiesen. Unter den interessierten Jugendlichen gibt es inzwischen auch regelrechte Tüftelworkshop-Touristen, die Angebote im Kanton Aargau oder anderswo auch immer wahrnehmen.
Rund 60 Jugendliche haben sich aufgrund von vier Mal veranstalteten Ausschreibungen für einen zweitägigen Workshop angemeldet, der an der schweizerischen technischen Fachschule in Winterthur (STFW) durchgeführt wurde. Unter der Leitung von Fredy Hess und Marco Uberto und vier unterstützenden Gruppenleitern sowie Lernenden des zweiten Lehrjahres der Sanitärinstallateure oder Spengler gestalteten sie Raketenmobile, wobei solche mit einem standardisierten Antrieb aus einer Geberitrohr-Verbindung ausgerüstet wurden. Der erste Tag war dem Bau des Raketenmodells, der zweite dem Tüfteln am Antrieb gewidmet. Es galt die richtige Menge Wasser zu bestimmen, die der durch eine Velopumpe zugeführten Luft den nötigen Rückhalt verleiht. In einem Schlusswettkampf auf der Rennstrecke stellte sich heraus, wer richtig geschätzt hatte.
Die in Wettkampf-Gruppen organisierten Jugendlichen waren aufgefordert, nicht mit einer Höchstleistung zu brillieren, sondern aus der Erfahrung ihrer Tüftelei eine Distanzschätzung zu wagen. Gewonnen hat letztlich die Gruppe, die zur angesagten Distanz die kleinste Abweichung herausgefahren hat – ähnlich dem Differenzler beim Jassen.

Gut organisiert
Den jungen Tüftler und Tüftlerinnen hat das Programm sichtlich Spass gemacht und einer der «Touristen» hat hervorgehoben, dass an dieser Veranstaltung der Spassfaktor höher gelegen habe als an anderen Anlässen, an denen er teilgenommen habe (Töggelikasten, Chügelibahn). Man habe einerseits genug Zeit gehabt für die vorgesehenen Arbeitsschritte und diese auch unter kundiger Führung von jungen Fachleuten ausführen können, von denen sie kumpelhaft Anleitung erhielten.
Auch der junge Teilnehmer, der beim Eintreffen am ersten Tag die wichtigste Frage des Tages hat stellen müssen: «Was gibt es zum Mittagessen?», hat sich am zweiten Tag intensiv mit der Leistung seiner Raketenautos auseinandergesetzt.
Bleibt zu hoffen, dass sich der eine oder andere, wenn es um die Berufswahl geht, sich nicht nur ans Mittagessen erinnert, sondern auch an den Geberit-rohrbasierten Antrieb.