Energetische Modernisierung eines Mehrfamilienhauses – mit BIPV und Hybridbox

Energetisch und gestalterisch überzeugende Fassade

Vorher - Obere Wallisellerstrasse, Opfikon.
Nachher - Obere Wallisellerstrasse, Opfikon.
Detailansicht auf die stromproduzierende Solarfassade.
Gartenansicht auf das komplett renovierte Mehrfamilienhaus.
Einblick in die Ausstellung "Solarfassaden" in der Umweltarena Spreitenbach.
Quelle: Stiftung Umweltarena Schweiz /

Die Umweltarena Schweiz hat gemeinsam mit Ausstellungspartnern an der Oberen Wallisellerstrasse in Opfikon die energetische Fassadensanierung eines Gebäudes realisiert. Optisch augenfällig – energetisch erfolgreich, mit bis zu 50 % weniger Kohlendioxid-Ausstoss.

Photovoltaikfassaden wirken aufgrund der sterilen Glasoberflächen häufig monochrom und leblos. Das muss nicht sein, wie ein aktuelles Beispiel eines Gebäudemodernisierungs-Projekt in Opfikon (Kt. Zürich) zeigt. Für ein Mehrfamilienhaus an der Oberen Wallisellerstrasse aus den 70er-Jahren entwickelte Architekt René Schmid aus Zürich eine ästhetisch anspruchsvoll gestaltete Fassade, die gleichzeitig solare Energie gewinnt. Das Fassadenkleid besteht aus einer Oberfläche aus einem feinen, satinierten Rippenglas. Diese feine Struktur – kombiniert mit dezenten Farbnuancen - verleiht dem Fassadenkleid eine natürliche und lebendige Erscheinung. Dunkelgoldige Metallzargen betonen die Fensteröffnungen und schaffen einen edlen Akzent zur Photovoltaikfassade. Dieses Bauwerk aus den 70er Jahren produziert zusätzlich rund 14‘000 kWh pro Jahr, was in etwa dem Verbrauch von fünf durchschnittlichen Schweizer Haushalten entspricht. Der produzierte Strom wird in erster Priorität direkt im Gebäude selbst verbraucht (Eigenverbrauch) und lediglich der Überschuss wird ins Netz geliefert.
Eine solche Solarfassade wirkt sehr lebendig und überzeugt auch in finanzieller Hinsicht. Die Umweltarena zeigt damit, dass eine solche Fassade, im Vergleich zu konventionellen Fassaden, keinen Unterhalt (Farbe, Erneuerung Verputz, kompletter Ersatz) braucht, so dass sie sich nach ca. 25 Jahren amortisieren lässt bzw. gleich teuer ist, wie eine konventionelle Fassade. Und auch danach wird diese Solarfassade weiterhin Strom für den Eigenbedarf bzw. Einspeisung ins Netz (z.B. für die Power-to-Gas-Technologie) produzieren, was dem Investor langfristig zu Gute kommt.

Hybridbox
Ein ebenso wichtiger Baustein des Sanierungsprojekts ist die neu eingebaute so genannte «Hybridbox». Dabei handelt es sich um eine innovative und patentierte Energiezentrale, die hohe Temperaturen und Strom produziert gleichzeitig aber auch Abwärme nutzt und Gebäude kühlen kann. Dabei stösst sie im Vergleich zu einer konventionellen Öl- oder Gasheizung bis zu 50% weniger vom Treibhausgas CO2 aus. Die gezielt aufeinander abgestimmten und intern gesteuerten Komponenten spielen mit der optimalen Nutzung der Umwelt- und Abwärme sowie der Zufuhr von Primärenergie in Form von umweltschonendem Erd- oder Biogas zusammen und ergeben eine hocheffiziente Energiezentrale. Im Falle eines reinen Biogasbetrieb erreicht man eine vollständige CO2-Neutralität. Die Hybridbox wird von der Klimastiftung Schweiz finanziell unterstützt. Der Vorteil der Hybridbox liegt auch darin, dass im Winter zusätzlich ca. 10‘000 kWh Strom ans Gebäude abgegeben werden kann.

Anschauungsunterricht vor Ort
Die Umweltarena Spreitenbach liefert mit den Ausstellungen «Solarfassaden» und «Speicherbatterien» Tipps und Anregungen für eine tiefere Stromrechnung und zeigt auf, wie der Selbstversorgungsgrad erhöht werden kann. In der Ausstellung «Energienetz der Zukunft» werden die Vorteile, Funktionen und der Einsatz der Hybridbox® thematisiert.

Weitere Details unter:
www.umweltarena.ch
www.hybridbox.ch