Herbstbranchentreffen der suissetec-Sektion Nordostschweiz

Zusammenarbeit auf dem Bau

Nicht die ganz grosse Schar im Publikum, aber das dafür umso grössere Interesse dem Thema gegenüber.
Daniel Rhyner hat aus dem Wissen seiner täglichen Praxis geschöpft.
Peter Baumann verdankt das Referat von Daniel Rhyner und ruft zur Diskussion auf.
Marcel Künzi /

Der suissetec-Regionalverband Nordostschweiz lud am ersten Dienstag im November seine Mitglieder ins swissôtel, Zürich-Oerlikon ein. Unter dem Titel «Partner sind wertvoller als blosse Leistungserbringer» hat ein spannendes Thema vielseitige Facetten aufgeworfen.

Peter Baumann, Präsident der suissetec Nordostschweiz, legte in seiner Begrüssung zur Einleitung seine eigenen Gedanken zum Thema dar. Sie kreisten um das Zusammenspiel zwischen Planer und Ausführenden, was sich oft wie ein Katz- und Mausspiel präsentiere. Man frage sich, ob da der Partner im Vordergrund stehe oder ob er eher ein Feindbild sei. Im Interesse eines gelungenen Bauprojektes und damit im Sinne eines Profitierens aller wäre ein Umdenken mehr als sinnvoll. Er fasst den Sachverhalt mit einem Satz zusammen, der den Nagel auf den Kopf traf: «Lasst uns vermehrt wieder miteinander sprechen, statt übereinander reden!». Damit übergab er das Wort an den nachfolgenden Referenten.

Viele Beteiligte am Bau
Daniel Rhyner ist Bereichsleiter Bau-/Projektmanagement und Vermarktung bei der Verit-Immobilien AG, Zürich. Das Thema «Zusammenarbeit auf dem Bau» beschäftigt ihn von Berufes wegen. Dabei sei das Zusammenspiel «Planer–ausführender Gebäudetechniker» ein bescheidener Teilbereich. Sein Referat begann er mit der Auflistung der Akteure in einem Bauprojekt: Unternehmer, Fachbauleiter, Controller TGA, Planer/Ingenieure, Bauherren. Auf alle erwähnten Details einzugehen, sei schwierig. Sein Credo aber sei, dass alle miteinander das gestellte Problem «Bau» gemeinsam zu lösen haben. «Ein letztlich zufriedener Bauherr hinterlässt eine zufriedene Schar am Projekt Beteiligter. Und der Bauherr will einen Bau übernehmen, der aktuell und zeitgemäss ist und nicht durch Technologien geprägt ist, die vor Jahren aktuell gewesen waren.»
Dies sei möglich. Voraussetzung sei, dass alle an der Ausschreibung Beteiligten untereinander in einem unablässigen Dailog eintreten, der durch Flexibilität, gegenseitiges Vertrauen und Offenheit geprägt sei. Nur so könnten Planungsfehler aufgedeckt und damit vermieden werden.

Vier Thesen zur Diskussion
Die Anwesenden waren aufgefordert worden, das Gehörte in einer kurzen Diskussion an den Tischen unter sich zu evaluieren. Die – teils etwas provokativen – Thesen dazu: 1) Ohne Planer – schneller und günstiger?, 2) Bauherren sollen sich vom Geschehen fernhalten,3) Planer und Unternehmer = funktionierende Zusammenarbeit, 4) Vertuschen von Fehlern in Planung und Ausführung sind ein Erfolgsrezept.
Peter Baumann fasste die Ergebnisse zusammen, so etwa die Rückmeldung zur These 1: Der Verzicht auf Planer sei in kleinen Bauprojekten möglich, nicht aber in grösseren Projekten, wo u.a. Behörden involviert seien und mehrere Bewilligungen verlangt würden. Zur These 2: Der Bauherr müsse sich einbringen können, damit seine Zielsetzungen durch die Ausführenden realisiert würden. Man könne den Bauherrn auch coachen. Für die Wahrung der Fachkompetenz sei auch das Zwischenschalten eines Bauherren-Vertreters ein guter Ansatz. Der Bauherr sei hinsichtlich der Tragweite seiner Wünsche dahingehend zu sensibilisieren, seine Entscheidungen/Optionen frühzeitig mitzuteilen, ebenso dass diese konsistent zum ganzen Bau und von nachhaltigen Charakter seien. Ebenso seien gewisse Entscheide kritisch zu hinterfragen. Zu These 3: Die Zusammenarbeit funktioniere «in gewissen Konstellationen». Die Spengler unter den Anwesenden formulierten einen Einwand: Sie hinkten immer beim Stand der Informationen hinterher, hätten keinen Planer. Speziell Flachdächer seien problematisch, die würden dann oft nachträglich «aufgerüstet» durch Klimageräte usw.

Verbandsinternes
Marcel Müller, Sekretär von suissetec Nodostschweiz, stellte anschliessend das Give-away der Berufsmesse vorgestellt, eine Handybox. Auch eine Unternehmer-Variante könne bestellt werden. Anschliessend wurde Marco Uberto als «Verbandsbotschafter» vorgestellt. Ebenso wurden Projekte wie die Lehrlingsselektionskurse oder Tüftelworkshops thematisiert.
Die Nachfrage nach künftigen Themen für Branchentreffen habe wenig Erfolg gezeigt. Vielleicht müsste man dazu einen Blog einrichten. Peter Baumann fasste in seinem Schlusswort zusammen: «Wenn wir etwas bewegen wollen, so müssen wir uns selber bewegen!», dies im Sinne einer partnerschaftlichen Allianz. Der anschliessende Apéro bot Gelegenheit, die Diskussion fortzusetzen.