Eine bestechend einfache Idee fördert den Leitungswasserausbau und die Berufsbildung in Sambia

Wasser in der Schweiz für Wasser in Sambia

Leitungswasser trinken in der Schweiz unterstützt den Aufbau von Trinkwasseranlagen in Sambia.
Quelle: SRF, Bearbeitung: Manuel Fischer /

Eine neue Idee aus Luzern sorgt für Aufsehen: Mit unseren Restaurantbesuchen für sauberes Trinkwasser spenden in armen Ländern? Ein 10-vor-10-Beitrag des Schweizer Fernsehens erläuterte, wie das Hilfsprojekt finanziert wird.

An vielen Orten der Welt ist sauberes Trinkwasser ein knappes Gut. Gleichzeitig ärgern sich manche Restaurantbesucher in der reichen und mit gutem Trinkwasser sehr gut versorgten Schweiz über die hohen Preise für Mineralwasser, das von irgendwo her gekarrt wird. Auf ebenso wenig Begeisterung stösst die Verrechnung von Wasser ab Zapfstelle, dem «Hahnenburger». Hier möchte der Verein «Wasser für Wasser» (WfW) ansetzen und Konzepte anbieten, die für alle Beteiligten fair sind. Eine Idee ist «WfW Green»: Im Restaurant Meyer in Luzern beispielsweise wird pro Person 2.50 Franken verrechnet und man darf nach Bestellung so viel Wasser trinken wie man will. Ein Teil der Einkünfte wird für Wasserprojekte in Afrika gespendet. Die gemeinnützige Organisation arbeitet mit Restaurants in der ganzen Schweiz zusammen. WfW arbeitet an zwei verschiedenen Orten, einerseits in der Schweiz, andererseits in Sambia. Jan Miotti, Kommunikationsverantwortlicher der Organisation, zu den Motiven: «In der Schweiz geht es uns darum, das Trinken von Leitungswasser zu fördern. Und mit dem Trinken von Leitungswasser wird das Spenden in den Alltag integriert.» Die Einnahmen werden in Sambia eingesetzt. In den Slums der Millionenstadt Lusaka ist sauberes Wasser für die Menschen keine Selbstverständlichkeit. Dank den Spenden haben bisher 60‘000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Die Organisation möchte dieLeitungssysteme nachhaltig absichern. «Wir arbeiten mit einer lokalen Berufsschule zusammen. Dort ermöglichen wir jungen Menschen aus armen Verhältnissen sich ausbilden zu lassen, zum Sanitärinstallateur oder zum Wasseroperateur, um die Infrastruktur, die wir bereits finanzierten, aufrecht zu erhalten.»

Auf Flaschenwasser verzichten
Soll man für Leitungswasser bezahlen? Diese Frage führt hierzulande oft zu Diskussionen. Der Verein  will hier dem Beizer und dem Gast einen Zusatznutzen anbieten. Der Restaurantbesitzer darf etwas verlangen und der Gast ist eher bereit, für Wasser etwas zu bezahlen, sofern ein Teil des Geldes in sinnvolle Projekte fliesst. Man setzt auf zwei Modelle: Die einen Restaurants führen die Einnahmen aus dem Leitungswasser vollumfänglich Projekte in Sambia zu, haben aber die Freiheit, weiterhin Mineralwasser anzubieten. Die andere Methode: Restaurants, die ganz auf Mineralwasser verzichten, spenden in der Regel 10 Prozent der Einnahmen. «Das scheint auf den ersten Blick wenig, hängt aber damit zusammen, dass die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf für Gastrobetriebe essentiell sind», sagt dazu Jan Miotti. «Wasser trinken und spenden» findet jedenfalls Anklang. Nicht weniger als 250 Gastrobetriebe machen bei WfW bereits mit.
Doch auch darüber will WfW das Trinken von Leitungswasser fördern. Zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit Unternehmen. Auch im Büro soll auf Flaschenwasser verzichtet und stattdessen auf Leitungswasser gesetzt werden. Zusätzlich unterstützen Büro-Partner mit einem Pauschalbetrag, der sich an der Anzahl der Mitarbeitenden orientiert, weitere Projekte in der Schweiz und in Sambia.

Quelle: SRF – 10 vor 10