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suissetec-Merkblätter Liegenschaftsentwässerung

Fachgerechte Entwässerung von Liegenschaften: Grundleitungen, 4-seitig. | Grundleitungen – Arbeitsvorbereitung, Installation, 6-seitig. | Grundleitungen – Dichtheitsprüfungen und Kontrolle, 8-seitig.
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Im Juni dieses Jahres publizierte der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband suissetec drei neue Merkblätter zur fachgerechten Entwässerung von Liegenschaften zum Download.

Die Entwässerung von Liegenschaften und somit auch die Grundleitungen spielen eine wichtige Rolle in jedem Bauvorhaben. Der Sanitärplaner ist für das Entwässerungskonzept zuständig – der Sanitärinstallateur für die Installation der Grundleitungen. Nur diese beiden Gewerke befassen sich seit ihrer Grundbildung vertieft mit diesen Themen. Die neu publizierten Merkblätter beleuchtet die Liegenschaftsentwässerung von der Planung über die fachgerechte Installation bis hin zur Dichtheitsprüfung und Wartung. Es sind dies deren drei:
• Fachgerechte Entwässerung von Liegenschaften – Grundleitungen
• Grundleitungen – Arbeitsvorbereitung, Installationen
• Grundleitungen – Dichtheitsprüfungen und Kontrolle

Alle Merkblätter basieren auf der Entwässerungsnorm SN 592 000 : 2012 und führen weitere Quellen und Grundlagen hin wie die VSA-Richtlinien «Dichtheitsprüfungen an Abwasseranlagen», gesetzliche Bestimmungen bezüglich Radon gemäss BAG, weitere suissetec-Merkblätter und Web-Apps.

Fachgerechte Entwässerung: Grundlagen, Planung
Das erste Merkblatt beschäftigt sich mit den Grundlagen und Verantwortlichkeit zur Entwässerung. Das Merkblatt zitiert die Norm SN 592 000: 2012, wonach der Bauherr verpflichtet sei, eine Fachperson mit der Liegenschaftsentwässerung zu beauftragen. Das Merkblatt benennt den Sanitärplaner als geeignete Fachperson, die eine solche Anlage planen kann.

Zudem werden Forderungen an das zu erstellende Bauwerk genannt:
• Die ganze Anlage muss über die Nutzungsdauer dicht sein, um die Anforderungen des Gewässerschutzes zu erfüllen.
• Es dürfen keine Gase (Ammoniak, Radon u. ä.) austreten, welche Menschen und Tiere gefährden.
• Entwässerungsanlagen sollten so geplant und gebaut werden, dass Liegenschaften vor Rückstau und Überflutung geschützt sind.

Das Merkblatt führt auch wichtige Punkte oder Elemente auf, die für das Erstellen des Entwässerungskonzeptes wichtig sind, wie etwa die Rückstauebene (natürliches Gefälle, Hebeanlage), die Abflusskennzahl oder zu Kenngrössen beim Regenwasserabfluss (Regenspende, Sicherheitsfaktor, Schlagregen), zur konstruktionsbedingten Stauhöhe, zur Regenwasserentsorgung (Versickerung, Retention, Ableitung), zum FreibordSicherheitsbereich.

a) Funktion, Sicherheit, Hygiene
Man formuliert die «Sicherheit» als Grundanforderung. Daraus leiten sich weitere Grundsätze ab, u. a.:
• Der Strömungsquerschnitt darf in Abflussrichtung nicht reduziert werden.
• Abwasserleitungen sind möglichst gradlinig und mit gleichmässigem Gefälle zu verlegen.

Und natürlich hat die erstellte Anlage in hygienischer Hinsicht der oben erwähnten Norm zu entsprechen.

b) Rohr: Werkstoffwahl und Verlegung
Es wird festgehalten: Die Wahl des geeigneten Leitungswerkstoffs ist abhängig vom Einsatzbereich, von den örtlichen Boden- und Baugrundverhältnissen sowie den Eigenschaften des abzuleitenden Abwassers. Es wird auf Zulassungsempfehlungen verwiesen.
Ebenso ist bei der Rohrverlegung auf die Verlegevorschriften der Rohrhersteller und der zuständigen Stellen der Behörden zu beachten.

c) Kontroll- und Abnahmepflicht, Wegleitung
Wichtig zu wissen: Sämtliche Anlageteile der Grundstücksentwässerung müssen durch die zuständigen Stellen oder Behörden kontrolliert und abgenommen werden. Ausserdem ist jede Neuerstellung oder Änderung einer Entwässerungsanlage mit den örtlichen Behörden abzuklären und zur Genehmigung einzureichen.

Grundleitungen: Arbeitsvorbereitung, Installation
Dieses zweite Merkblatt soll Hinweise und allgemeine Tipps zu Arbeitsvorbereitung, Montage und Kontrolle vermitteln.

a) Plan- und Ausführungsunterlagen
Das Merkblatt 2 weist auf die Notwendigkeit hin, die Ausführungspläne von der zuständigen Stelle zu prüfen. Falls die Vermessung des Geländes durch GPS-Daten unterstützt wird, muss das Vorgehen frühzeitig mit dem Geometer bzw. der Bauleitung abgesprochen werden.
Änderungen, wie andere Koten, grössere Veränderungen an der Leitungsführung, andere Rohrweiten der Bauteile und Anschlussrohre usw., sind vor der Montage mit den verantwortlichen Fachleuten abzuklären. Ausserdem gilt: Nachträgliche Änderungen an der Leitungsführung dürfen unter bestimmten Bedingungen vorgenommen werden. Fallbeispiele werden anhand von Abbildungen auf Seite 2 erläutert, wie etwa a) zusätzliche Richtungsänderungen, b) liegende Richtungsänderungen oder c) Reduktion der Grundleitungen (scheitelbündig, zentrisch). (Die Aufzählung ist im Merkblatt vollständig aufgeführt.)

b) Bauteile, Anschlüsse, Montageanleitung
Das Merkblatt 2 weist zudem hin, dass vor Baubeginn die verantwortlichen Personen (in der Regel der Baumeister) zu bestimmen sind, der Bauteile wie Einsteigschacht, Schlammsammler oder Inspektionsöffnungen liefert, versetzt und prüft. Ausserdem ist die Verlege- und Montageanleitung der Hersteller der diversen Bauteile strikt zu beachten.

c) Montagehinweise, Tipps, Checkpunkte
Das Merkblatt 2 schliesst mit Tipps für die sinnvolle Vorgehensweise, für die rationelle Montage der Leitungen und welche Werkzeuge (z. B. Laser-Wasserwaage) und Geräte benötigt werden und welche finalen Arbeitsschritte nach der Rohrmontage zu unternehmen sind.

Grundleitungen: Dichtheitsprüfungen, Kontrolle 
Das dritte Merkblatt referenziert auf die Entwässerungsnorm SN 592 000 : 2012 mit der Forderung, wonach «alle neu erstellten Grundleitungen einer Dichtheitsprüfung» zu unterziehen sind. Man weist auf das Recht der zuständigen Behörde hin, die u. U. eine zusätzliche Kontrolle mit Dichtheitsprüfung und/oder Kanalfernsehuntersuchung verlangt.

Man unterscheidet zwischen A) einer optischen Kontrolle und B) den diversen technischen Methoden der Dichtheitsprüfung, die im einen wie im anderen Falle protokolliert werden sollen.

Das Merkblatt beschreibt insbesondere folgende Methoden, nämlich a) die Füllprobe mit Wasser, b) die Dichtheitsprüfung anhand einer 5-Meter-Wassersäule und c) mittels Luftüberdruck.

Schliesslich weist Merkblatt 3 auf die wichtigen Punkte bei der Teil- und Schlussabnahme der Grundleitungsanlage hin (z. B. Zugänglichkeit von Putzöffnungen) hin. 

Die drei Merkblätter sind zu beziehen unter www.suissetec.ch › Service › Merkblätter

suissetec
8021 Zürich
Markus Rasper
Tel. 043 244 73 38