Goldene Spenglerarbeit 2018 geht an Scherrer-Metec AG für Gebäudehülle des Gemeindehauses Unterengstringen

Spitzenkleid aus Aluminium ist Sieger

Das Gemeindehaus Unterengstringen mit Dach und Fassadengestaltung auf höchstem Niveau, innovativ, kreativ, ansprechend, perfekt geplant und ebenso perfekt ausgeführt.
Das exklusive Fassadenbild mit Flugschar und Messer, die beiden Zeichen auf dem Wappen von Unterengstringen, auf rotem, leuchtenden Untergrund verlegt.
Das Spitzenkleid hört beim Vordach optisch nicht auf. Eine speziell erstellte Raute, mit Rundungen wie das gestanzte Bild der Fassade, deckt die Fläche von der Dachkante bis zum Dachknick.
Bei Sonderanfertigungen sind Eckkonstruktionen und Einfügungen anspruchsvoll. Hier ein Blick durch den Eingang.
Bernard Trächsel /

Der Verein diplomierter Spenglermeister der Schweiz (VDSS) führt im 3-Jahresrhythmus den nationalen Wettbewerb «Goldene Spenglerarbeit» durch. Bewertet werden anspruchsvolle Spenglerarbeiten und Blechbekleidungen. Dieses Jahr gewann die Gebäudehülle-Firma Scherrer Metec AG für ihre herausragenden Arbeiten am Neubau des Gemeindehauses Unterengstringen.

Metalldeckungen und Fassadenbekleidungen haben in der kreativen Architektur einen hohen Stellenwert. Um diese Architektur und das Handwerk mit Dünnblech der Fachwelt und Öffentlichkeit vorzustellen, juriert und publiziert der Verein diplomierter Spenglermeister der Schweiz (VDSS) alle drei Jahre bemerkenswerte Bauten und Gebäudehüllen dieser Art. Der Spengler verarbeitet alle Metalle. Bei Spenglerarbeiten, Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen kommen insbesondere die Werkstoffe Aluminium, Titanzink, Kupfer und nichtrostender Stahl zum Einsatz, mit blanken und/oder veredelten Oberflächen. Der gesuchte, optische Ausdruck des Bauwerks oder des Bauteils, seine Form, die Gestaltung sowie die Kombination im Verbund mit übrigen Baustoffen bestimmen letztlich die Wahl des Werkstoffes. Die Berufsleute aus der ganzen Schweiz waren gespannt: 100 Spenglermeister und Spenglermeisterinnen mit ihren Partnerinnen und Partnern trafen sich auf Einladung des Vereinspräsidenten René Fasler am 4. Mai 2018 im Hotel Trois Couronnes in Vevey zu ihrer jährlichen Generalversammlung.
Die Bekanntgabe des Siegers der «Goldenen Spenglerarbeit 2018» war der Höhepunkt des festlichen Abends. Mit dieser Auszeichnung prämiert und honoriert der Verein eine gelungene Architektur mit anspruchsvoller Spenglerarbeit. Kriterien sind die Architektur, der Zeitgeist der gestalterischen Ideen und ihre Umsetzung durch den Fachmann, d.h. die technische und handwerkliche Realisation durch den Unternehmer.

Spitzenkleid aus Aluminium
Die Ausmarchung für den in der Branche bekannten VDSS-Zehnder-Preis «Die Goldene Spenglerarbeit» wurde seit 1999 zum siebten Mal durchgeführt.Sieger des Wettbewerbes 2018 wurde die Firma Scherrer Metec AG,  vertreten durch den anwesenden Spenglermeister Daniel Hunziker, Mitglied der Geschäftsleitung, mit den Spengler- und Gebäudehüllen-Arbeiten am neuen Gemeindehaus Unterengstringen.
Die Jury unter der Leitung des Präsidenten Bruno Käufeler und bestehend aus kompetenten Spenglermeistern sowie dem Architekten Daniel Schweizer (Eglin Schweizer Architekten, Baden) hatten für den jüngsten Wettbewerb nicht weniger als 23 Objekte zu beurteilen.
Die Jury zeichnet mit ihrem Entscheid ein filigranes Meisterwerk aus. Das Dach und die Fassade überzeugen von der Idee bis zur innovativen und handwerklich perfekten Ausführung. Wie ein Spitzenkleid schmiegt sich der Stoff aus Aluminium um den markanten Körper. Durch die schimmernden Maschen blitzt die rote Haut, dazwischen sind die ovalen Schatten der Fenster zu erkennen. Selbstbewusst prägt das Gebäude seit 2017 den historischen Dorfkern von Unterengstringen. Wer genauer hinschaut erkennt, dass die Fassade mehr ist als verspielter Blickfang; sie verschafft dem Haus symbolträchtige Identität. Die Maschen haben die Form von Pflugschar und Rebmesser – die beiden Zeichen auf dem Wappen der Gemeinde Unterengstringen. Das markante Gebäude mit den filigranen Maschen ist das von Tilla Theus entworfene Gemeindehaus. Mit ihren Werken hat die Zürcher Architektin internationale Bekanntheit erlangt. Monumentale Formen und extravagante Fassaden sind charakteristisch für die Bauten der gebürtigen Bündnerin.

Details mit Bravour gelöst
Nebst den üblichen Anforderungen erfordert die Gebäudehülle heute auch viele Accessoires, für den Schutz des Gebäudes, der Mitarbeiter bei Unterhaltsarbeiten, und des Baus selbst bei Naturgewalten wie Erdbeben oder Blitzschläge. Die in der Hülle eingebauten Accessoires können von Fall zu Fall recht klobig und aufdringlich wirken. Nicht so beim Gemeindehaus. Selbst der Fachmann muss das Auge schärfen, um die korrekt eingebauten Nutz- und Funktionsteile zu erkennen. Auch das ist eine kreative und handwerkliche Bravourleistung.
Anspruchsvoll sind bei Sonderanfertigungen auch die Details. Insbesondere die Eckkonstruktion musste haargenau zusammenpassen, ungeachtet der sonst üblichen Bautoleranzen. Die Dachkonstruktion stellt wie gesagt noch höhere Anforderungen an Material und Genauigkeit als die übrige Gebäudehülle. Wurden die geschlossenen Flächen an der Fassade auf ein Minimum reduziert, galt für das Dach das Gegenteil: Die Fläche muss dort absolut dicht und geschlossen sein und musste dennoch die hohen ästhetischen Ansprüche erfüllen und das Gebäude optisch umfliessen. Die Firma prüfte deshalb diverse Metalle und entschied sich dann für farbeloxiertes Aluminium, ein leichtes, dauerhaftes und unterhaltsfreies Material. Die Formen von Pflugschar und Rebmesser wurden aus den Metallschindeln gestanzt. Scherrer Metec übernahm auch die heikle Aufgabe der millimetergenauen Montage. Die Spezialisten fixierten die Schindeln auf der darunterliegenden Fassadenebene aus rot eloxiertem Aluminium. Die Befestigung erfolgte punktuell und unsichtbar – ein ausdrücklicher Wunsch der Architektin.

Fachgespräch auf Augenhöhe
Tilla Theus bezog die Spezialisten von Scherrer Metec bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Planung ein. Das war wichtig, um eine Hülle mit solchen hohen ästhetischen und technischen Anforderungen zu entwickeln und zu realisieren.
Die Geschäftsführer von Scherrer Metec AG sagen «Die gegenseitige Abhängigkeit war allen Beteiligten bewusst. Herrschen bei Standardbauten normalerweise hierarchische Sitten, ist bei einem Projekt wie in Unterengstringen die Zusammenarbeit von Architektin und Bauspengler auf Augenhöhe essenziell. Auf Seiten von Scherrer Metec setzt dies Fachwissen sowie Interesse und Verständnis für die Architektur voraus.

Kommentar Jury
Das Gemeindehaus Unterengstringen ist ein einmaliger Wurf und Bau. Es hat ein massgeschneidertes ornamentales «Spitzenkleid» aus Metall erhalten; beim Nähertreten werden die Ortsgeschichte in der Motivwahl und die gewollte und kompetente Umsetzung klar und deutlich. Die Jury trifft da auf eine Spenglerarbeit der Extraklasse, welche die Möglichkeiten der modernen Metallbearbeitung in der kreativen Architektur voll und uneingeschränkt zur Geltung bringt - vom Dachfirst bis zu den Fassadenfüssen, oder umgekehrt! Das Betrachten der Details lässt erkennen, dass diese mit der traditionellen Berufskunde alleine nicht zu bewerkstelligen waren. Die Kumulation aus weitreichender Berufserfahrung, gesamtheitlichem, innovativem und konstruktivem Denken, einem adäquaten Maschinenpark sowie einer hohen handwerklichen Kompetenz waren Bedingung dazu.