HK-Gebäudetechnik gratuliert zum Schweizer Doppelsieg an der Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft 2019 !

Solarprofi beherrscht auch den Wind

Auf dem Flugplatz von Courcelles-lès-Montbéliard (F) stehen 20 Gasballone am 13. September 2019 bereit, um an der Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft teilzunehmen: jeder Ballon ist gefüllt mit etwa 1000 m3 Wasserstoff H2. Mit auf die Reise gehen rund 600 kg „Ballonfahrer-Gold“ (Sand), 100 kg davon braucht es, um 1000 m zu steigen.
Der ausgelosten Startreihenfolge entsprechend machen sich die Zweier-Mannschaften, darunter auch SUI-2 mit Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger, bereit, um in die erste Nacht abzuheben und unweit der Schweizer Grenze zum Abenteuer aufzubrechen.
Zunächst nutzen vier Mannschaften den Ostwind in niedriger Höhe (ca. 800 – 1000 Meter), um westwärts an die französische Atlantikküste zu fahren, wo das Rennen für sie endet. Polen-2 wagt den Überflug über die Alpen auf rund 4000 Meter Höhe und muss dann am Lago Maggiore landen. Die restlichen Mannschaften hoffen auf den Nordwestwind zwischen einem Hoch- und Tiefdruckgebiet. Diese Strömung führt sie tatsächlich alle nach Südost.
In mittleren Höhen von 1500–4000 Meter treibt diese Windströmung die Teams mit bis zu 60 km/h in Richtung Schwarzes Meer. SUI-2 führt die Gruppe an, wird dann aber noch von SUI-1 auf der nördlichsten Route überholt. Ein Schweizer Doppelsieg kommt in Griffnähe.
Das Meer setzt den Ballonfahrten ein Ende. Die Küstenlinie bestimmt schliesslich über die jeweiligen Distanzen zum Abflugsort in Montbéliard.
SUI-2 macht einen spektakulären Ausflug aufs Schwarze Meer. Kurt Frieden kommentiert: «Wie landet man so nahe wie möglich an der Küste? Direkt in Fahrtrichtung geht nicht immer, weil im Tagesgang der Wind vom Wasser ans Land weht. Also muss man ins Wasser raus und unten wieder rein. Unsere Verfolger (das Begleitteam von SUI-2) waren vor Ort und konnten uns den vorhandenen Wind bestätigen.»
Sorgsam bereitet sich das Team auf die Landung an der Küste vor und nutzt für eine möglichst sanfte Landung den noch vorhandenen Sand am Korb. Rund vier Tage nach dem Start nähern sie sich wieder dem Erdboden. Am 17. September 2019, um 14.25 Uhr und rund 1750 km vom Startort entfernt geht das diesjährige Rennen an der bulgarischen Schwarzmeerküste zu Ende.
Kurt Frieden (links), Pascal Witprächtiger und ihr Begleitteam haben den 2. Platz beim Gordon Bennett 2019 erreicht. Dankbar schauen sie aufs Meer zurück: «In unserer 22-jährigen Gordon Bennett Zeit war das sicher die spektakulärste Landung, die viel Geduld erfordert hat. Jeder weiss, dass im Tagesgang auflandiger Wind herrscht, aber dann aufs Wasser rauszufahren und darauf zu vertrauen, dass es unten zurück geht, braucht schon etwas Füdli, wie man bei uns sagt.»
Jürg Wellstein /

Die im französischen Montbéliard gestartete Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft für Gasballone endete mit einem Schweizer Doppelsieg. Solarprofi Kurt Frieden führte eine Gruppe zum Schwarzen Meer und sicherte sich dann den zweiten Rang.

Der Start der mit Wasserstoff H2 gefüllten Ballone erfolgte, als es im französischen Montbéliard Nacht wurde (eine 2er-Delegation aus dem HK-Redaktionsteam war vor Ort). Jedes Jahr messen sich die besten Gasballonpiloten an der Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft. Sieger ist das Team, das die weiteste Strecke zurücklegt, unabhängig von der benötigten Zeit. Es wird die Distanz zwischen Start und Landung gemessen. Die Ballongrösse ist auf 1050 m3 beschränkt und pro Land können drei Teams nominiert werden.

Entdeckerinstinkt von Anfang an
Gordon Bennet Rennen gibt es seit 1906. Der Zeitungsverleger James Gordon Bennett Jr. hat verschiedene
Sportarten genutzt, um seiner Zeitung neuen Schwung zu verleihen. Zudem realisierte er Reisen in wenig vertraute Gegenden der Welt, so auch die Aussendung seines Reporters Henry Morton Stanley nach Zentralafrika, um dort den vermissten schottischen Missionar und Arzt David Livingstone zu suchen.
Dank dem seit 1906 durchgeführten Rennen wurde das Gasballonmaterial ständig weiterentwickelt. Ziel ist es, immer leichtere Ballone zu bauen, um möglichst viel Fahrballast in Form von Sand mitnehmen zu können.

An der Schwarzmeerküste am Ziel

Kurt Frieden, Solarprofi bei Haustechnik Eugster AG in Arbon, ist seit 1992 Ballonpilot. Bei schönem Wetter ist er oft über der Ostschweiz im Ballon unterwegs. Hinter ihm liegen bereits 20 Teilnahmen am Gordon Bennett Rennen: 1. Rang 2010 / 2015 / 2016; 2. Rang 2009 / 2012 / 2017; 3. Rang 2013. Mit diesen weltmeisterlichen Auszeichnungen ging er auch 2019 in Montbéliard wieder an den Start.
Am 13. September 2019 standen auf dem dortigen Flugplatz 20 Gasballone bereit, um an der Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Nachdem zu Beginn des Rennens vier Teams nach Westen zogen und an der französischen Atlantikküste landen mussten, trieb in mittleren Höhen von 2000 – 4000 Meter eine Gruppe von Teams mit bis zu 60 km/h nach Osten in Richtung Schwarzes Meer. Die Zweier-Mannschaft SUI-2 mit Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger führte die Gruppe zunächst an, wurde dann aber noch von SUI-1 überholt. Ein Schweizer Doppelsieg kam damit in Griffnähe – und wurde sodann auch Realität. Rund vier Tage nach dem Start näherte sich SUI-2 wieder dem Erdboden. A
m 17. September 2019, um 14.25 Uhr und rund 1750 km vom Startort entfernt ging für sie das diesjährige Rennen an der bulgarischen Schwarzmeerküste erfolgreich zu Ende. Kurt Frieden sicherte sich den nächsten Vize-Weltmeister-Titel. Die lange Fahrt über vier Nächte mit einer Dauer von 88 h 40 min ist für ihn ein neuer persönlicher Rekord. 

Video (58") der Landung SUI-2.

www.gordonbennettmontbeliard2019.com

www.gordonbennettrace.wordpress.com