Schimmel

So lässt sich Schimmelgefahr in Wohnräumen reduzieren

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Schätzungen zufolge ist jede zweite Wohnung von Schimmel befallen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Zwar kann seine Entstehung nicht immer verhindert werden, jedoch ist die Ursache häufig falsches Heizen und Lüften der Wohnräume.

Wer in der Wohnung regelmässig für Luftaustausch sorgt und die Zimmer nicht auskühlen lässt, hat vor den gesundheitsschädlichen Sporen in der Regel aber nichts zu befürchten.

Hohe Luftfeuchtigkeit rechtzeitig erkennen

Feuchtigkeit im Mauerwerk begünstigt die Entstehung von Schimmel. Insbesondere bei Neubauten wird häufig der Fehler gemacht, die Innenräume vor dem Erstbezug nicht vollständig austrocknen zu lassen. Meist sind die Bauherren darauf bedacht, das neu gebaute Eigenheim so schnell wie möglich zu beziehen und lassen deshalb das Mauerwerk nicht ausreichend durchtrocknen. Schimmelsporen haben dann leichtes Spiel. Experten raten deshalb dazu, mindestens vier bis sechs Monate zwischen Fertigstellung des Hauses und dem Einzug verstreichen zu lassen. Luftentfeuchter können den Trocknungsprozess zwar beschleunigen, sie verursachen jedoch auch eine saftige Stromrechnung.

In Neubauten und frisch sanierte Häuser wird häufig eine Lüftungsanlage integriert, die für konstanten Luftaustausch sorgt und häufiges Lüften überflüssig macht. Fehlt eine solche Anlage, ist es allerdings erforderlich, die Zimmer stets ausreichend zu belüften. Denn eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen, gepaart mit kalten Aussenwänden und einer niedrigen Raumtemperatur, begünstigt die Bildung von Schimmel an den Wänden. Woran lässt sich aber eine hohe Lufttemperatur erkennen?

Wichtige Indikatoren sind:       

  • Kondenswasser an den Fenstern (vor allem morgens)
  • Handtücher, die schlecht trocknen oder sogar Stockflecken aufweisen
  • beschlagene Brillengläser beim Betreten der Wohnung

Doch Vorsicht! Nicht immer lässt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit so einfach feststellen, denn nicht jedes Glas beschlägt zwangsläufig. Manche Brillen-Anbieter bieten für besonders hochwertige Produkte, wie etwa Brillen von Giorgio Armani, eine Glasveredelung an. Beispielsweise kann man bei Edel-Optics für alle angebotenen Modelle der Marke eine Anti-Beschlag-Beschichtung wählen. Auf damit ausgerüsteten Brillengläsern schlägt sich beim Betreten von Innenräumen selbst im Winter kein Kondenswasser nieder, egal wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist.

Die zuverlässigste Methode, die Luftfeuchtigkeit festzustellen, ist deshalb die Messung mit einem Hygrometer (erhältlich für rund 20 Schweizer Franken). Im Idealfall beträgt sie zwischen 45% und 55%, maximal dürfen es 60% sein.

Kühle Räume und Dauerlüften begünstigen Schimmel

Die Hauptursache für eine hohe Luftfeuchtigkeit sind meist die Bewohner selbst. Rund 7,5Liter Wasser werden in einem Vier-Personen-Haushalt durch Atmen, Schwitzen, Duschen und Kochen an die Luft abgegeben. Regelmässiges Lüften sorgt dafür, dass die Luft vollständig ausgetauscht und die Feuchtigkeit nach draussen transportiert wird.

Wichtig ist, dass die Fenster nicht permanent geöffnet sind, sondern dass in regelmässigen Intervallen stossgelüftet wird. Energie lässt sich sparen, wenn man vor dem Fensteröffnen den Heizkörper runter dreht und erst wieder nach dem Lüften auf die ursprüngliche Stufe stellt. Am effektivsten ist es, mehrmals pro Tag kurz zu lüften - die Maximaldauer hängt von der Jahreszeit ab:         

  • Juni-August: 30 Minuten
  • Mai und September: 20 Minuten
  • April und Oktober: 15 Minuten
  • März und November: 10 Minuten
  • Dezember-Februar: 5 Minuten

Am besten ist es, einander gegenüberliegende Fenster gleichzeitig zu öffnen, dies gewährleistet die bestmögliche Luftzirkulation. Schränke sollten nach Möglichkeit nicht an kühlen Aussenwänden und stets mit einem Abstand von ca. 10cm zur Wand stehen, um auch in dem Zwischenraum eine Luftzirkulation zu ermöglichen.

Ebenso wichtig ist es, dass die Temperatur in den Innenräumen nicht zu niedrig ist. Kühle Luft kann Feuchtigkeit wesentlich schlechter aufnehmen als warme, weswegen sie sich in kühlen Räumen eher an den Wänden niederschlägt und dort die Entstehung von Schimmel begünstigt. Die Raumtemperatur sollte deshalb selbst in ungenutzten Räumen niemals weniger als 15°C betragen. Für die verschiedenen Zimmer gelten folgende Richtwerte:       

  • Schlafzimmer:16-18 °C
  • Wohnräume: 20-23 °C
  • Badezimmer: 22 °C
  • Küche: 18-20 °C