Solarpreisträger 2019, Teil 1

PlusEnergieBauten: Kraftwerke der Zukunft

Bild 1: 184%-PEB-Reihenhaus in Meisterschwanden AG. (Bilder: Schweizer Solarpreis 2019)
Bild 2: Ökonom Ruedi Meier
Bild 3: Solarpionier Ueli Schäfer.
Bild 4: 182%-PlusEnergie-Siedlung in Tobel TG.
Bild 5: 104%-PEB-MFH deltaRosso in Vacallo TI.
Bild 6: 126%-PlusEnergie-MFH in Zürich-Höngg.
Peter Warthmann /

Am 18. Oktober 2019 wurden bei den Services Industriels de Genève (SIG) in Le Lignon bei Genf die Schweizer Solarpreise und die Norman Foster Solar Awards vergeben.

Vergeben wurden die Schweizer Solarpreise für Persönlichkeiten, Institutionen, Neubauten, Sanierungen und Solaranlagen sowie der Migros BankSondersolarpreis und der HEV-SchweizSondersolarpreis. Ebenso zwei Norman Foster Solar Awards (NFSA), drei Solarpreise für PlusEnergieBauten (PEB) sowie zehn PEB- und zwei NFSA-Diplome.

Bei der 29. Schweizer Solarpreisverleihung 2019 stachen unter den verschiedenen Preisträgern insbesondere die 19 PEB hervor, die aufzeigen wie ein Gebäude dank guter Dämmung mit auf Dach- und Fassadenflächen angebrachten Solaranlagen mehr Energie (Wärme/Strom) gewinnen kann, als es im Jahresdurchschnitt selber benötigt. Wir zeigen hier in HK-Gebäudetechnik eine erste Auswahl von Schweizer Solarpreisträgern 2019. Weitere werden in den kommenden Ausgaben vorgestellt.

PlusEnergieBau-Solarpreis
Einen PlusEnergieBau ® -Solarpreis gewann das Dreifamilien-Reihenhaus mit vier Wohneinheiten in Meisterschwanden/Tennwil AG (Bild 1). Es erfüllt dank guter Wärmedämmung, Haushaltgeräten A++ , LED-Lampen und effizienten, solarbetriebenen Erdsonden-Wärmepumpen den Minergie-PStandard und konsumiert 19 900 kWh/a. Der ökologische Holz-Neubau weist eine rekordverdächtig tiefe Energiekennzahl von 23 kWh/m2 a auf. Die auf dem Süddach beispielhaft integrierte 31 kW starke PV-Anlage erzeugt pro Jahr rund 36 600 kWh. Damit beträgt die Eigenenergieversorgung des PlusEnergieMFH 184 %. Beteiligte Firmen: Setz Architektur AG, BE Netz AG, Poly Team AG, Holzbau Renggli AG.

Kategorie Persönlichkeiten
Ökonom und Raumplaner Dr. Ruedi Meier (Bild 2) leistete seit 1975 wesentliche Beiträge für eine nachhaltigere Entwicklung in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Sein grosses Engagement in der wirtschaftlichen Forschung/Beratung für energiecluster.ch und für energieeffiziente Gebäude fand in der Fachwelt, der Politik und auch in der Öffentlichkeit ein grosses Echo. Dafür verdient Ruedi Meier den Schweizer Solarpreis 2019.

Architekt Ueli Schäfer (Bild 3) prägt bereits seit 45 Jahren die Schweizer Solarszene. Ob als Mitbegründer und erster Sekretär der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES), als ETH-Gastdozent für solares Bauen oder mit dem Bau der ersten Niedrigenergie- und Nullheizenergiehäuser. In einem Sammelband zeigt Ueli Schäfer auf 700 Seiten auf, wie sich die fossile Energienutzung aus Gebäuden verbannen lässt. Der heute 76-jährige Architekt wird für sein solares Lebenswerk mit dem Schweizer Solarpreis 2019 ausgezeichnet.

Norman Foster Solar Award
Ein Norman Foster Solar Award 2019 ging an die im Jahr 2017 erstellte PlusEnergie-Überbauung in Tobel TG (Bild 4). Sie besteht aus drei MFH mit 32 Wohnungen. Die Überbauung wurde 2018 bereits mit dem Migros Bank-Sondersolarpreis ausgezeichnet (vgl. auch HK-GT 10/18 S. 4, sowie HK-GT 2/19 S. 24-27). Im März 2019 wurden die MFH durch eine perfekt integrierte 51.5 kW starke PV-Fassadenanlage an den Balkonbrüstungen ergänzt, die rund 28 300 kWh/a erzeugt. Die solare Winterstromversorgung steigt mit dem zusätzlichen Fassadenstrom im Winter um 9600 kWh/a auf 61 800 kWh/a oder von 65 % auf 77 % des gesamten Winterstrombedarfs. Die solar betriebene 182%-PEB-Siedlung Tobel mit preisgünstigen Mieten zeigt vorbildlich, wie die Energiewende bereits heute kostengünstig umsetzbar ist. Beteiligte Firmen: Fent Solare Architektur, MBR Solar AG, Steinlin + Partner AG.

Sondersolarpreis 2019 der Migros Bank
Den Sondersolarpreis 2019 für PEBMFH der Migros Bank gewann das Mehrfamilienhaus mit 16 Wohneinheiten «deltaRosso» in Vacallo TI (Bild 5). Es wurde anfangs 2019 fertig gestellt. Dank Minergie-P-Standard, thermischer- und PV-SolarstromNutzung weist der Neubau eine Eigenenergieversorgung von 104 % auf. Die Mietzinse sind rund 5 % günstiger im Vergleich zu ähnlichen Wohnungen in der Region. Beteiligte Firmen: deltaZero SA, helioSkin, TermoConsult, GreenKey Sagl, DomoticaSwiss Sagl.

Kategorie Neubauten
Einen Schweizer Solarpreis 2019 für Neubauten und ein Norman Foster Solar Award-Diplom gingen an ein Holzbau-MFH in Höngg (Bild 6). Dieses konsumiert dank guter Wärmedämmung bloss 33 200 kWh/a. Wegweisend für MFH sorgten Architekt und Bauherrschaft für eine ganzflächig in die gesamte Gebäudehülle perfekt integrierte PV-Anlage. Das PlusEnergie-MFH weist eine Eigenenergieversorgung von 126 % auf. Eine 20 kWh grosse Batterie speichert einen Teil des produzierten Solarstromüberschusses und erhöht den Eigenverbrauchsanteil. Beteiligte Firmen: kämpfen für architektur ag, Smart Energy Link AG, Sundesign GmbH, Planeco Solar GmbH, Issol Schweiz AG, Sustech GmbH.  


Weitere Infos zu allen Solarpreisträgern 2019: www.solaragentur.ch