Ältere Mehrfamilienhäuser schnell und kostengünstig sanieren

Massive CO2-Reduktion im Ruckzuck-Verfahren

Die Hybridbox umfasst Wärmepumpe, BHKW, Wärmerückgewinnung und Steuerung. Sie steht in drei Leistungsstufen zur Verfügung.
Die Steuerung ermöglicht, mit der Hybridbox flexibel auf das vorhandene Stromangebot und die Nachfrage zu reagieren.
Schema der Energieströme: Umwelt und Abwärme tragen zur effizienten Wärme- und Strombereitstellung bei, ebenso erneuerbares Methan bzw. konventionelles Erdgas andererseits.
Quelle: SRF Aktuell, Bearbeitung Manuel Fischer /

Der Sanierungsstau bei Altliegenschaften ist und bleibt ein Thema in der energiepolitischen Diskussion in der Schweiz. CO2-Emissionen sollten rasch, mit einfachen Massnahmen und kostengünstig gesenkt werden. Ein interessanter Ansatz zur Problemlösung ist die von Walter Schmid entwickelte Hybridbox, eine intelligente Kombination aus Blockheizkraftwerk und Wärmepumpe.

Bauunternehmer Walter Schmid und Initiant der Umweltarena weiss, wie man den Einsatz Erneuerbarer Energien in der Gebäudetechnik öffentlichkeitswirksam bewirbt. Man erinnert sich an das 2016 erstellte (von externen Energiequellen) autarke Mehrfamilienhaus in Brütten im Kanton Zürich. In einem TV-Beitrag der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» vom Mittwoch, den 19. Juni 2019 ging Schmid die Wette ein, dass ein älteres, schlecht gedämmtes Mehrfamilienhaus aus den 1950er-Jahren innert dreissig Tagen energetisch saniert werden kann – und dies ohne Inanspruchnahme öffentlicher Fördergelder. Nach Berechnungen emittierte das Mehrfamilienhaus aus einer typischen Reihenhaussiedlung bislang jedes Jahr 33 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid in die Atmosphäre.
Das ausgewählte Wohngebäude steht idealtypisch für sehr viele Bauten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, die sich durch schlechte Dämmwerte an Fassade und Dach und einer installierten Ölheizung im Untergeschoss auszeichnen. Zudem sind die aktuellen Mieterträge aus dem Gebäude vergleichsweise sehr günstig, wie aus dem SRF-Fernsehbeitrag hervorgeht. Eine volle Überwälzung eines aufwändigen Gebäudesanierungsprojektes auf die Mieten wäre demnach kaum sozialverträglich.

Hybridbox
Walter Schmid zählt auf ein konzentriertes, unter den beteiligten Unternehmen stark koordiniertes Umbauprojekt. In der kurzen Umbauzeit wird das Dach rundweg erneuert und der alte Ölbrenner entsorgt. Ausserdem setzt Schmid auf ein zentrales Element des Umbauprojekts, nämlich eine so genannte «Hybridbox», die als neue, intelligent gesteuerte Energiezentrale des Gebäudes funktioniert. Die innovative Heizzentrale kann Raumwärme, Kühlung, Trinkwarmwasser und elektrischen Strom bereitstellen und versteht sich als Kombination von Blockheizkraftwerk (BHKW) und ebenfalls dort installierten Wärmepumpe.
Die kompakte Energiezentrale dank integrierter Wärmepumpentechnik in der Lage, verschiedene Umweltwärmequellen zu nutzen. Zudem liefert die zu installierende Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und auf Balkonelementen elektrischen Strom, womit auch die Wärmepumpe betrieben werden kann.
An kalten Tagen schaltet die Hybridbox auf den Gasbetrieb des BHKW um und setzt das gespeicherte Methan (Erdgas aus konventionellen Quellen oder aus Methanisierungsprozess «Power-to-Gas» gewonnen) dem Netz ein. Das in die Hybridbox eingebaute BHKW erzeugt nun Wärme und Strom. Überdies erreicht die Hybridbox bedarfsgerecht hohe Vorlauftemperaturen bis zu 80°C insbesondere für die Erwärmung des Trinkwarmwassers.
Im Vergleich zu konventionellen Öl- oder Gasbrennwertgeräten wird, so die Angabe des Herstellers, wird der CO2-Ausstoss mit einer Hybridbox um bis zu 50% reduziert.

Hier geht es zum SRF-Beitrag der Sendung (19.6.2019) «Schweiz aktuell» (4. Beitrag)

Mehr Details zur Hybridbox unter www.hybridbox.com