Hinweis: 18. Fernwärme-Forum Do, 24.1.2019

Walter Böhlen
Walter Böhlen, Projektleiter Fernwärme-Forum /

Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig nachweisbar und weitgehend auf den Einfluss der Menschen zurückzuführen. Setzt sich der Ausstoss an Treibhausgasen in diesem Masse fort, so wird sich der Planet weiter erwärmen. Die Auswirkungen machen sich in der Veränderung des Klimasystems bemerkbar. Es ist unbestritten, die Erde hat sich erwärmt, seit man Ende des 19. Jahrhunderts mit Temperaturaufzeichnungen begann, in Mitteleuropa um 1,2 bis 1,5 Grad. Für jedermann erkennbar sind auch das Schmelzen der Gletscher und die abnehmenden Schneemengen in den Alpen. Der vergangene Sommer gab uns eine Ahnung, was langfristig auf uns zukommt.
All das lässt sich nicht leugnen. Umstritten ist jedoch die Frage, was die Menschheit gegen diese Entwicklung tun soll. Vor drei Jahren schien der Fall klar. Die grossen Wirtschaftsblöcke Europa, USA und China feierten das Klimaabkommen von Paris als Durchbruch.

Energieversorgung im Umbruch
Sie vereinbarten, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten, verglichen mit der vorindustriellen Zeit. Der Wind hat gedreht. Die USA haben das Abkommen gekündigt, China und Indien setzen voll auf Wirtschaftswachstum. Der Klimaschutz kommt erst an zweiter Stelle. Unsere Industrie hat den Treibhausgas-Ausstoss gesenkt. Die Räte diskutieren über ein überarbeitetes CO2-Gesetz.
Die Energieversorgung ist weltweit im Umbruch, angetrieben durch den technologischen Wandel und den Preiszerfall auf den Energiemärkten. Mit der Energiestrategie 2050 hat sich die Schweizer Bevölkerung für eine Neuausrichtung in der Energieversorgung entschieden. Ein modernes, nachhaltiges Energiesystem soll die Schweiz in die Zukunft führen. Damit ist der Richtungsentscheid gefallen. Die Zeiten grosser Unsicherheiten haben ein Ende. Die Schweizer Wirtschaft erhält endlich verlässliche Rahmenbedingungen.

Fernwärme dient der Versorgungssicherheit

Der Fernwärme und der Fernkälte kommt in Zukunft eine grosse Bedeutung zu. Den aktuellen Entwicklungen soll zielführend begegnet werden. Der Anteil Wärme- und Kältererzeugung am Gesamtenergieverbrauch der Schweiz beträgt rund 40 Prozent bzw. 94 Terawattstunden. Rund 80% stammen aus nicht erneuerbaren Energien, vor allem aus fossilen Brennstoffen wie Heizöl und Erdgas. Lediglich 20% werden mit erneuerbaren Energien gedeckt. Mit Fernwärme und Fernkälte aus erneuerbaren Energien kann die Versorgungssicherheit im Komfortenergiebereich verbessert werden. Der Ausbau der Fernwärme / Fernkälte besonders in dichtbesiedelten Gebieten leistet einen nennenswerten Beitrag zur CO2-Reduktion in der Schweiz. Im Verbund mit Fernwärmenetzen können einheimische, erneuerbare Energien und industrielle Abwärme wirtschaftlich genutzt werden.

Ohne Fernwärme geht es nicht
Angesichts der enormen energiepolitischen Umwälzungen haben wir für das 18. Fernwärme-Forum das Tagungsthema «Ohne Fernwärme geht es nicht» gewählt. Wir sind überzeugt, dass die Referate auf Interesse stossen.

Ich freue mich, Sie an unserem 18. Fernwärme-Forum vom 24. Januar 2019 begrüssen zu dürfen.

Verband Fernwärme Schweiz (VFS)
www.fernwaerme-schweiz.ch