14. Spenglertag in Bern mit über 700 Teilnehmenden sehr gut besucht

Handwerk macht Hightech

Kevin Burri vom Lehrbetrieb Schwitzguébel Team SA, Rougemont (Kanton Waadt) siegte im Kreativ-Wettbewerb mit seiner Skulptur «Sac de Golf». (Bilder: suissetec).
13 junge Berufsleute hatten die Chance, sich auf nationalem Parkett in Szene zu setzen und stellten Arbeiten zum Thema «Handwerk macht Hightech» aus.
Quelle: suissetec, bearb. Manuel Fischer /

Die Spenglerbranche traf sich am vorletzten Mittwoch im März in Bern zu aktuellen Themen und kürte im Rahmen des Kreativwettbewerbs den vielversprechendsten Nachwuchsfachmann. Die über 700 Teilnehmenden tauschten sich auch untereinander an der Fachtagung rege aus. Der Berufsstand bleibt am Ball und entwickelt sich stetig weiter.

Unter dem Titel «Handwerk macht Hightech» standen zukunftsgerichtete Fachthemen wie die Gebäudehülleninspektion mit Multikopter, die Spenglerei 4.0 oder die Digitalisierung der Planungsprozesse in der Bauindustrie im Zentrum.
Die Fachleute nahmen die Gelegenheit wahr, ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Nach einem Grusswert des suissetec-Präsidenten Daniel Huser präsentierte der erste Referent des Tages die normativen Vorgaben bei erhöhten und ausserordentlichen Beanspruchungen bei diversen Typen von Neigungsdächern. In einem weiteren Vortrag erfuhr die Zuhörerschaft mehr zum Brandschutz bei hinterlüfteten Fassaden und zur fachgerechten Wärmedämmung, um Wärmebrücken an Gebäuden zu vermeiden. Die Anforderungen an moderne Fassadenbahnen (Unterspannbahnen) und deren Materialeigenschaften war ein weiteres Fachthema, das ausgebreitet wurde.
Auch im Feld der scheinbar traditionellen Bauspenglerei bringen Innovationen neue Gestaltungsmöglichkeiten – transparente Metallblechfassaden aus einer Spule, das eine Verformung durch eine Streckmetall-Presse erfuhr, sind en vogue.
Es ist nicht von der Hand zu weisen: Beim exponierten Spenglerberuf ist es immer wieder notwendig, zu den Gefahren bei Unterhaltsarbeiten auf dem Dach hinzuweisen. Zwei Sicherheitsexperten erörterten im Interviewstil die richtige Montage zu Anschlagseinrichtungen, die erlaubten Möglichkeiten der Zonenabschrankungen und den sicheren Dachzugang.

Die moderne Arbeitswelt
Die Informationsflut und der konstant hohe Leistungsdruck in sehr vielen Unternehmen verlangt nach klugen Bewältigungsstrategien. Zum guten Mix des Spenglertages 2017 gehörten deswegen auch überraschungsreiche Inputs von Personalberatern zu den Themen Mitarbeiterführung und zur persönlichen Ressourcenoptimierung im Arbeitsalltag.

Kreativität ausleben im Beruf
Der wichtigste Branchentreff des Jahres ist natürlich immer auch willkommener Anlass, aktiv das Netzwerk zu pflegen. Hersteller, Lieferanten und ausführende Unternehmungen hatten erstmals die Gelegenheit, sich bereits am Vorabend über die neuesten Trends auszutauschen.
Die Basis aller Kenntnisse und Fertigkeiten in der Bauspenglerei ist und bleibt eine praxistaugliche Berufsbildung. Hier stehen demnächst Veränderungen an. Inzwischen hat das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBFI) der Revision der Berufslehre Spengler EFZ zugestimmt – unter  Vorbehalten. Ab 2020 wird die Berufslehre 4 anstatt bisher 3 Jahre dauern.
Der vierzehnte Spenglertag des Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverbandes suissetec war ein voller Erfolg – nicht zuletzt auch für den Spengler-Nachwuchs. Die Chance, sich auf nationalem Parkett in Szene zu setzen, nutzen 13 junge Berufsleute. Lernende aus der ganzen Schweiz stellten am des Spenglertags Arbeiten zum Thema «Handwerk macht Hightech» aus. Eine Fachjury bewertete die Arbeiten und kürte die Besten. Kevin Burri (VD) (Lehrbetrieb: Schwitzguébel Team SA, Rougemont) siegte im Kreativ-Wettbewerb mit seiner Skulptur «Sac de Golf».