Fernwärme-Forum 23.1.20, Ankündigung

VFS-Präsident Thierry Burkart.
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Das Übereinkommen von Paris ist ein rechtlich verbindliches Instrument unter dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, dem sich unser Land angeschlossen hat. Das Übereinkommen enthält Elemente zur sukzessiven Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen und basiert erstmals auf gemeinsamen Grundsätzen für alle Staaten. Gemäss Stellungnahme des Bundesrats von 2018 ist die Schweiz «gut aufgestellt, um das Übereinkommen von Paris umzusetzen». Aber es gibt noch Einiges zu tun, damit die Schweiz ihren gesamten Anteil zur Erreichung der globalen Reduktionsziele leisten kann. Mittlerweile will unsere Landesregierung noch weiter gehen: Bis 2050 soll die Schweiz nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. Kurzum: innert 30 Jahren will der Bundesrat das Ziel von Netto-Null-Emissionen erreichen.

Die Energiestrategie 2050 fokussiert stark auf den Strombereich, das Thema Wärme gerät dabei gerne in Vergessenheit, obschon der fossile Anteil im Wärmebereich noch immer rund 80 Prozent beträgt. Pro Jahr wird allerdings nur rund 1 Prozent des gesamten Gebäudeparks in unserem Land saniert. Energetische Massnahmen beim Gebäudepark sind zwar effektiv, deren Umsetzung nimmt aber viel Zeit in Anspruch. Umso mehr ist es angezeigt, dass Effizienzverbesserungen und die Nutzung von erneuerbaren Energien und von Abwärme für den Wärmebereich auch politisch vorangetrieben werden. Wir brauchen eine Wärmewende!

Das Fernwärme-Forum 2020 vom Donnerstag, 23. Januar 2020
widmet sich deshalb diesem hochaktuellen Thema «Wärmewende» und stellt sich die Frage, ob die vorliegenden Konzepte zum Ziel führen.

Jährlich treffen sich rund 400 Personen am Forum in Biel. Das Forum ist damit DER Treffpunkt der Fernwärmebranche.

Aktuell erbringt die Fernwärme gut 8 TWh der Wärmeproduktion und deckt damit rund 8 bis 9 Prozent des Wärmebedarfs der Schweiz. Über 70 Prozent davon wird mit erneuerbaren Energien und Abwärme gedeckt. Darüber hinaus liegt das nutzbare erneuerbare Potenzial bei rund 17 TWh. Damit könnten 2050 etwa 30 bis 40 Prozent des Wärmebedarfes der Schweiz gedeckt werden.

Die Fernwärme kann ihren Anteil an eine zukunftsträchtige Wärmebereitstellung beisteuern, in erster Linie in dichter bebauten städtischen und vorstädtischen Räumen. Die Fernwärme erlaubt es, im grösseren Umfang erneuerbare Quellen wie Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen, Grundwasser, Abwasser, Holz, Solar- und Geothermie sowie Abwärme aus Kehrichtverwertungsanlagen und Industrie zu nutzen und damit namhaft zur Erreichung der klimapolitischen Ziele beizutragen.

Die Fernwärme geniesst bei der Bevölkerung grossen Rückhalt. Dies beweisen die Ja-Stimmen-Anteile von deutlich über 80 % in Volksabstimmungen in den Städten Zürich und St. Gallen. Damit die Wärmewende gelingt, braucht es unser gemeinsames Engagement. Eine Teilnahme am Fernwärme-Forum kann helfen, die richtigen Wege und Lösungen zu finden und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung siehe unten.

Verband Fernwärme Schweiz (VFS) www.fernwaerme-schweiz.ch