EMPA-Forschungsprojekt liefert womöglich den Schlüssel zum Problem der Winterlücke aus Erneuerbaren Energien

Energiespeicher Natronlauge

Benjamin Fumey, einer der Forscher von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), präsentiert Details des revolutionären Heizsystems. (Bilder: Empa)
Quelle: Schweizer Fernsehen, Sendung vom 3. Februar 2018 /

Die Solarenergie gilt als eines der Grundpfeiler der Energiewende. Doch um den Heizungsbedarf der Gebäude im Winter abzudecken, stösst sie schnell an ihre Grenzen. Es braucht also ein Medium, welche die Sonnenenergie des Sommers langfristig bis in die kalte Jahreszeit speichert. Eine einfache chemische Reaktion könnte die Lösung des Problems sein.

TV-Reportage ausgestrahlt am 3. Febr. 2018 (SRF)

In jeder Heizperiode wird es wieder deutlich. Die Energiewende steht erst am Anfang. Noch werden in der Schweiz 70% aller Privathaushalte mit fossilen Brennstoffen beheizt. Denn gerade wenn es um Heizen geht, gibt es mit Erneuerbaren Energien noch Probleme. Im Winter ist Sonnenenergie nicht ausreichend verfügbar und Überkapazitäten lassen sich nicht speichern. In den Labors der EMPA bei Dübendorf sind zwei Forscher der Lösung des Problems auf der Spur.
Benjamin Fumey und Robert Weber von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben auf der Basis dieses Prozesses in jahrelanger Tüftelei ein revolutionäres Heizsystem entwickelt. In den Heizperioden wird dabei in Tanks gespeicherte Natronlauge mit Wasser vermischt und die so entstehende Wärme zur Heizung von Gebäuden verwendet. Durch das Mischen wird Wärme frei, die für das Beheizen eines Gebäudes verwendet werden kann. Auf bis zu 50 °C kann die Temperatur ansteigen.
Im Sommer kann das abgekühlte Gemisch – vorzugsweise mit Hilfe von Solarenergie – erwärmt werden, womit die Natronlauge wieder zurückkonzentriert wird und so für die nächste Kälteperiode wieder zu Verfügung steht. Sonnenenergie in Natronlauge gespeichert – so einfach wie genial. Dazu kommt: Diese Abfolge lässt sich beliebig oft wiederholen.
Der Prototyp der Anlage ist für die Anforderungen eines Einfamilienhauses dimensioniert. Doch im Grunde ist das System beliebig skalierbar und könnte so eine vielversprechende Perspektive für die Heizung der Zukunft bieten.
Bundesamt für Energie fördert Idee
Dieses Potential hat man auch beim schweizerischen Bundesamt für Energie erkannt. Das System der beiden Wissenschaftler ist dort Teil eines Förderprogramms, das dabei helfen soll, die Idee zur Marktreife zu bringen.
Bald schon soll ein Forschungsgebäude auf dem Areal der Empa mit der Natronlaugenheizung betrieben werden. Verläuft der Einsatz nach Plan, steht einer Anwendung in weiteren Gebäuden nichts mehr im Wege – vorausgesetzt, es findet sich ein Fertigungs-Partner in der Industrie.
Mehr Details dazu im Filmbeitrag