Genügt die Reichweite? / Wo ist die nächste Ladestation?

Elektromobilität: funktioniert das ?

Christian Frei mit Elektroauto. (Bild: zVg)
Christian Frei * /

Batteriebetrieben und zunehmend autonom. So sehen viele Experten die Zukunft des Automobils. Trotzdem stellen sich für den Käufer nebst den Anschaffungskosten vor allem folgende Fragen:

•           Genügt die Reichweite?

•           Wo ist die nächste Ladestation?

Ich versuche, diese Fragen aus meiner Erfahrung zu beantworten.

Einleitung
Die Vorteile der Elektromobilität liegen auf der Hand: Keine lokalen Abgase, geringerer CO2-Ausstoss, insbesondere, wenn man mit erneuerbarem Strom fährt. Der Wirkungsgrad des Antriebssystems im Fahrzeug ist unschlagbar hoch, es entstehen keine Motorengeräusche. Die rasante Beschleunigung hat einen hohen Funfaktor und hilft gleichzeitig auch bei der Verkehrssicherheit. Zu guter Letzt hat man zudem sehr günstige Kosten, wenn man den ganzen Lebenszyklus betrachtet. Aus meiner Sicht gibt es heute kaum noch Gründe, ein konventionelles Fahrzeug zu kaufen.

Reichweite
Die bisherigen Kernfragen zu Elektrofahrzeugen waren stets: Genügt die Reichweite der Batterie oder wo befindet sich die nächste Ladestation? Mit den aktuellen Fahrzeugen, die zunehmend eine Batteriekapazität ab 40 kWh aufweisen, können Reichweiten von gegen 300 km erreicht werden. Bei den Fahrzeugen Opel oder Tesla, die weitaus grössere Batteriekapazitäten haben, erhöht sich automatisch auch die Reichweite. Damit ist die Frage der Reichweite für über 95% der täglichen Nutzung mehr als ausreichend.

Ladestationen und Zahlungssysteme
Wenn die maximale Reichweite an einem Tag überschritten werden muss, sollte man den Zug nehmen, weil man damit sowieso schneller ist. Wenn die maximale  Reichweite an einem Tag dennoch überschritten werden muss, sind zwei Faktoren entscheidend:

Erstens: Das Fahrzeug verfügt über eine sehr gute Schnelllademöglichkeit. Dies wären  bei der Wechselstromladung (AC Stecker Typ 2) 43 kW bzw. mit einer möglichen Gleichstromladung (DC Stecker Combo CCS oder CHAdeMo) aktuell je nach Fahrzeugtyp bis zu 120 kW. Diese Möglichkeit können Sie nur beim Kauf bestimmen. Danach ist die Art des Schnellladens festgelegt!

Zweitens, dass Sie auch eine Ladestation haben, die diese Leistung liefern kann. Die Situation bei den Ladestationen hat sich massiv verbessert. Man hat heute über ganz Europa verteilt Schnellladestationen und findet diese in den entsprechenden Apps oder Navigationssystemen (siehe Links unten).

Aktuell muss man zum Teil noch unterschiedliche Ladekarten benützen, bzw. SMS oder App-Freischaltungen durchführen. Aber die «Interportabilität», bzw. Zulassung der Ladekarten bei unterschiedlichen Anbietern, nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Dabei bin ich überzeugt, dass nur die Anbieter überleben, welche Ihr Auto automatisch erkennen und die Abrechnung direkt über Ihre Stromrechnung oder Kreditkarte abwickeln.

Fazit
Damit Sie ein Gefühl für die neue Mobilität erhalten, mieten Sie sich vorerst ein Elektrofahrzeug für ein Wochenende oder eine Woche. Eine Möglichkeit dazu bietet Sharoo.ch, oder Ihr Fachhändler an. Viel Vergnügen und bis bald am nächsten Elektrofahrzeugtreffen !

* Der Autor Christian Frei ist SSES-Mitglied. Er fährt seit 7 Jahren mit Elektrofahrzeugen und dies über 130‘000 km. Aktuell mit Nissan Leaf und Smile von Kamoo. Elektroautotreffen siehe unter: https://wattwurm.ch/wavepals/

Quelle: der Artikel ist erschienen in "Solar-Aktiv" Nr. 96/2018 S.1+10, Vereinszeitschrift der SSES-Regionalgruppe Aargau (www.sses.ch/aargau), SSES Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie.

 

Standorte Ladestationen, einige Links:
www.lemnet.org/de 
www.chargelocator.com
https://de.chargemap.com
www.goingelectric.de/stromtankstellen
www.zap-map.com
nur als App: Wattfinder, Next Plug