Erneuerbare Stromproduktion: Abbau der Wartelisten kommt voran

Einmalvergütung wird schneller ausbezahlt

Ein grosses ungenutztes Potenzial für Solaranlagen sieht Swissolar bei Industrie- und Gewerbebauten mit ihren grossen Dächern und hohem Stromverbrauch.
Quelle: Swissolar /

Das Bundesamt für Energie (BFE) hat die Förderkontingente 2019 für Photovoltaik deutlich erhöht. Damit kann die Einmalvergütung, die rund einen Viertel der Kosten einer Anlage deckt, deutlich rascher als bisher ausbezahlt werden.

Zu Beginn dieses Jahres sind die neuen Fördermassnahmen für erneuerbare Energien in Umsetzung der Energiestrategie 2050 in Kraft getreten. Für die Photovoltaik bewirkten sie bisher nicht den dringend nötigen Schub. Hauptgrund dafür waren die langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung durch die Förderstelle Pronovo. Insbesondere bei Grossanlagen mit über 100 Kilowatt Leistung, was einer Fläche von ca. 700 Quadratmetern (m2) entspricht, war grosse Zurückhaltung bei Investoren angesichts der Wartefrist von 6 Jahren zu verspüren.

Klein und Gross profitieren

Swissolar, der Branchenverband der Solarenergie in der Schweiz, zeigt sich deshalb sehr zufrieden mit der heute angekündigten Erhöhung der Kontingente durch das BFE:
•    Für Grossanlagen (>100 kW) wird die Wartezeit bis zur Zusage der Einmalvergütung mehr als halbiert und gemäss BFE auf unter 3 Jahre reduziert. Für den Baubeginn muss der Investor zwar die Zusage abwarten, dafür wird die Förderung sehr rasch nach der Inbetriebnahme ausbezahlt.
•    Bei Kleinanlagen (2 bis 99,9 kW) kann der Investor anmelden und sofort bauen. Die Auszahlung erfolgt gemäss BFE nach 1 ½ Jahren nach der Inbetriebnahme. Wenn der Investor sich mit der Förderung für 99,9 kW begnügt, darf er auch eine grössere Anlage im System der Kleinanlagen fördern lassen.
«Dies macht den Bau von Photovoltaikanlagen deutlich attraktiver als bisher», schreibt Swissolar. Solarstrom vom eigenen Dach kostet bei Einfamilienhäusern rund 15 Rappen pro Kilowattstunde, bei Grossanlagen sogar nur etwa 10 Rappen. «Das ist fast immer günstiger als Strom vom Netz und im Fall von Grossanlagen auch günstiger als Strom aus neuen Kraftwerken anderer Technologien. Die verkürzten Wartezeiten helfen das enorme Potenzial der Solarstromproduktion auf unseren Gebäuden rascher nutzbar zu machen.»
Grosse Dächer auf Gewerbebetrieben
Ein grosses ungenutztes Potenzial für Solaranlagen sieht Swissolar insbesondere bei Industrie- und Gewerbebetrieben mit ihren grossen Dächern und hohem Stromverbrauch. «Eine solche Investition, unterstützt durch die Einmalvergütung, sorgt für sichere Erträge über eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren bei vernünftigen Renditen», meint David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar.
Eigenverbrauchs-Gemeinschaften
Seit Jahresbeginn besteht auch die Möglichkeit des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV): Mehrere Verbraucher, auch auf angrenzenden Grundstücken, können gemeinsam den Strom einer Solaranlage nutzen und damit den Eigenverbrauch erhöhen.

Steigende Strompreise

Wie das BFE in der Medienmitteilung vom 9. November 2018 schreibt, ermöglicht die steigenden Strommarktpreise auch einen «wesentlichen Abbau der Warteliste» von PV-Anlagebetreibern, welche die vollständigen Unterlagen bis zum 31. Dezember 2017 für das Einspeisevergütungssystem eingereicht haben.

Weitere Angaben siehe Medienmitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE)