Editorial 02/2013: Wärme = ein Schlüsselbereich für die Energiezukunft der Schweiz

Peter Warthmann, peter.warthmann@azmedien.ch
Peter Warthmann /

In diesen Tagen verschicken Parteien und Verbände ihre Stellungnahmen zur Vernehmlassungsvorlage der Energiestrategie 2050 des Bundesrates. Der Schweizerisch Liechtensteinische Gebäudetechnikverband suissetec ist «im Grundsatz einverstanden» mit der Vorlage: «Die Energiestrategie wird nicht nur Kosten verursachen, sondern der Schweizer Wirtschaft positive Impulse geben und nachhaltig für mehr Beschäftigung und höhere Wertschöpfung sorgen.

Gerade für das Gebäudetechnik-Gewerbe stellt die Energiestrategie eine riesige Chance dar. Das Thema ‹Energie und Umwelt› ist in den Branchen Sanitär, Heizung, Lüftung, Klima sowie Spenglerei/Gebäudehülle absolut prioritär: Es sind Gebäudetechniker, welche die Energiewende an vorderster Front umsetzen werden. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag, wenn es darum geht, im Gebäudebereich Energie möglichst effizient und nachhaltig zu nutzen. »

Auch gemäss der Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (A EE ) weist die Energiestrategie 2050 in die richtige Richtung, ist aber in einigen Bereichen «zu zögerlich». Unzureichend sei etwa die Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien: «Neben Holz und anderer Biomasse bleibt abermals das solare Potenzial für den Ersatz fossiler Brennstoffe und der elektrischen Wärmeerzeugung unausgeschöpft.»

Der Verband Fernwärme Schweiz ( VFS ) begrüsst «den ganzheitlichen Ansatz des Bundes bei der Energiestrategie 2050, der alle drei Sektoren der Energieversorgung Wärme/Mobilität/Elektrizität» umfasst, bedauert aber, dass «der Sektor Wärme im vorliegenden ersten Massnahmenpaket, im Gegensatz zur Elektrizität, deutlich untervertreten ist». Für den VFS ist klar, dass es analog zum Gebäudeprogramm ein Programm zur Förderung der Fernwärme braucht und dass die künftige Raumplanung explizit auch Anlagen für Wärme umfassen muss (Wärme- und Kältepotenziale, geeignete Fernwärmegebiete). Auch seien verbindliche Regeln zur Fernwärme-Förderung notwendig.

Diese Forderungen wurden auch am bereits 12. Fernwärme-Forum vom 24. Januar in Biel diskutiert. Dort haben wir auch mehrmals gehört, dass bei optimaler Konstellation von Wärme- und Kühlbedarf in einem Verbundgebiet solche Netze auch ohne Anschlusspflicht bereits heute wirtschaftlich betrieben werden können. Das zeigen verschiedene Beispiele.

Der Wärmebereich ist ein Schlüsselbereich für die Energiezukunft der Schweiz. Branchenkenner nehmen heute an, dass vom künftig stark reduzierten Wärmebedarf etwa ein Drittel wirtschaftlich mit Fernwärme abgedeckt werden kann.
Unser Tagungsbericht folgt in Ausgabe 3/13 von HK-Gebäudetechnik, welche dem Schwerpunktthema « Fernwärme » gewidmet ist. Weil der Hersteller der preisgekrönten Duschwanne mit Wärmerückgewinnung seinen Standort in Biel hat, war « Joulia » auch Thema in der Begrüssungsrede von Stadträtin Barbara Schwickert. Der für die vorliegende Ausgabe angekündigte Artikel zu Joulia ist auf den Seiten 78/79 zu lesen.
Beachten Sie unser « Interview» auf den Seiten 24/25. Ein solches ist ab jetzt immer in der neu geschaffenen Rubrik am Schluss des roten Teils zu finden.

Peter Warthmann, Chefredaktor HK-Gebaeudetechnik