Interview mit Beat Aebi, Leiter Marketing und Produktmanagement, Mitglied der Geschäftsleitung bei Geberit Vertriebs AG

«Dusch-WC: Man probiert es aus … ... und kauft es»

Beat Aebi ist seit 2012 Leiter Marketing und Produktmanagement bei Geberit Vertriebs AG.
Manuel Fischer /

Innovation im Sanitär-Bereich kann nicht mit Worten erläutert werden, sondern benötigt haptisch-sensitive Erfahrung. Deshalb gehört das Testen und das zeitlich limitierte Installieren von Geräte-Aufsätzen zum Marketingkonzept. Ein Gespräch mit Beat Aebi, Leiter Marketing und Produktmanagement bei Geberit Vertriebs AG.

Jede zehnte neu verbaute Toilette in der Schweiz ist ein Dusch-WC. Das Geschäft mit diesen Geräten läuft offenbar erfreulich. Doch wer beeinflusst eigentlich wen bei der Kaufentscheidung?
Beat Aebi: Wir sowie unsere Partner im Markt sind von der Qualität unserer Produkte sehr überzeugt und können das auch mühelos übermitteln. Die Ausgangslage ist je nach Wohnsituation unterschiedlich. Beim Neubau eines Eigenheims gibt es sicherlich eine gewisse Beeinflussung durch die Architektin und den Installateur, aber auch durch den Grosshandel. Nicht zu unterschätzen ist die «Mund zu Mund»-Weiterempfehlung durch Freunde und Bekannte. Geberit fördert dies mit einem «Kunde wirbt Kunde»-Konzept. Auch mit der jungen Generation, die heute schon zu Hause ein Dusch-WC nutzt, wachsen neue Kunden heran. Denn sie möchten es höchstwahrscheinlich auch als Erwachsene nicht mehr missen.

Gerade in der Schweiz gibt es viele, die kaum über den Einbau von Sanitärinstallationen in der Wohnung entscheiden können.
Die Durchdringung ist in der Tat noch relativ klein, das Potenzial entsprechend gross. Dank den neuen Produkten wie dem AquaClean Tuma wurden vermehrt auch in diesem Segment Wohnungen ausgerüstet, teils auf Wunsch der Mieter, teils gar als Basisausstattung. Das positive Feedback freut uns. Das AquaClean Tuma-Aufsatzgerät eignet sich perfekt für Mietwohnungen. Es ist schnell installiert und kann bei einem Umzug problemlos auch wieder deinstalliert und in die neue Wohnung mitgenommen werden.

Eine von Geberit 2013 in Auftrag gegebene Studie nannte kulturelle Hindernisgründe, weswegen ein grosser Teil der Bevölkerung Hemmungen hat, die eingeübten Gewohnheiten beim WC-Gang zu verändern. Man sprach vom Gefühl des Kontrollverlusts. Wie kann ein Anbieter eines Dusch-WCs da entgegenwirken?
Das Testen eines solchen Geräts ist das A und O. Wir bieten seit Jahren unterschiedliche Testmöglichkeiten an. Bereits sind in vielen Hotels Geberit AquaClean DuschWCs installiert. Hotels sind ein optimaler Ort, sich auf ein neues WC-Erlebnis einzulassen. Der WC-Gang braucht ja Musse und Zeit.
Weiter bieten auch viele Händler und Installateure Testmöglichkeiten. Sie haben Geberit AquaClean in ihren Besuchertoiletten installiert. Zudem ist Geberit an zahlreichen Grossevents, wie beispielsweise dem Eidgenössischen Schwingfest, mit der «Geberit AquaClean WC-Oase» vor Ort. Diese mobile Gäste-WC-Anlage ist mit AquaClean Meras ausgestattet. Als weitere Testmöglichkeit bieten wir an, einen AquaClean Tuma-Aufsatz für 99 Franken während 30 Tagen zu Hause zu testen. So kann man sich vom unvergleichlichen Frische- und Sauberkeitsgefühl in aller Ruhe überzeugen. Sämtliche Testmöglichkeiten haben wir unter www.geberit-aquaclean.ch/testen zusammengefasst.

Christoph Behling, Designer von Geberit AquaClean-Produkten, ist überzeugt: In 20 Jahren wird man das Dusch-WC als Standardeinrichtung in Deutschland und ganz Europa vorfinden. Eine mutige Aussage.
Präzise Voraussagen sind natürlich schwierig. Wir glauben fest daran, dass es sich stark ausbreiten wird. Blicken wir beispielsweise nach Ostasien, etwa nach Japan, wo in knapp 80 % der privaten Haushalte bereits ein solches Gerät installiert ist. So eine Marktdurchdringung kann auch bei uns nachvollzogen werden. Wir erleben zurzeit sehr viel Dynamik in diesem Wachstumsmarkt: Ich denke an die zahlreichen Mitbewerber, die auf diesen Zug aufspringen möchten. Auch diese Perspektive veranlasste Geberit, die Endmontage der Dusch-WCs an einem Ort, nämlich hier in Rapperswil-Jona, zu konzentrieren.

Der traditionelle WC-Gang hält die umweltschädliche Toilettenpapier-Produktion in Gang. Andererseits braucht es elektrischen Strom für die Aufbereitung von Warmwasser für das DuschWC. Wie umweltfreundlich ist ein solches Produkt?
Um die Umweltwirkung eines Produkts seriös abzuklären, genügt es allerdings nicht, die beiden genannten Teilprozesse in ihrer Umweltbelastung gegenseitig abzuwägen. Bereits bei der Entwicklung schauen wir auf das Öko-Design. Viele Punkte sind relevant: Wie sieht es aus mit den verwendeten Rohmaterialien, deren Beschaffung, wie energieeffizient werden die Komponenten produziert bis hin zu den verwendeten Verpackungen und der Wahl der Transportmittel. Dank der neu entwickelten und patentierten WhirlSpray-Technologie wird der Wasserverbrauch weiter reduziert. Neben dem erhöhten Reinigungskomfort hat die Luftbeimischung den Nebeneffekt, weniger Warmwasser zu benötigen.

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