Der Berufsverband suissetec führte am 8. Mai erstmals einen «Lehrmeistertag» durch

Berufsbildner in der Weiterbildung

An der Tagung stand das Mitmachen der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner im Vordergrund. Man hantierte mit Haftnotizen und Flipchart-Skizzen.
Spätestens im vierten Workshop von Sven Stecher, «Umgang mit Widerstand», erlebten die Damen und Herren, dass sich neue Erkenntnisse genauso gut auch spielerisch und mit Bewegung gewinnen lassen.
Im grafischen Live-Mitschnitt von Gianni Fabiano brachte Gianni Fabiano mit Filzstiften, Farben, Symbolen und nur wenigen Worten im wahrsten Sinne des Wortes «plakativ» auf den Punkt, was Lehrende und Lernende der Gebäudetechnik zurzeit bewegt.
Im grafischen Live-Mitschnitt von Gianni Fabiano brachte Gianni Fabiano mit Filzstiften, Farben, Symbolen und nur wenigen Worten im wahrsten Sinne des Wortes «plakativ» auf den Punkt, was Lehrende und Lernende der Gebäudetechnik zurzeit bewegt.
Lernende ausbilden heisst, sich mit Jugendlichen auseinandersetzen. Eine Erkenntnis: Auch die aktuelle Generation von jungen Leuten habe ihre Qualitäten, benötige aber intensive Betreuung.
Die Tagung fokussierte ganz bewusst auf Interaktion und Mitmachen der Teilnehmer.
Marcel Baud /

Am 8. Mai ging im Berner Kursaal der allererste suissetec-Lehrmeistertag über die Bühne. Die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner erwartete ein abwechslungsreiches Programm, bei dem nicht nur Hirnschmalz, sondern auch Körpergefühl gefragt war.

Wenn an einer Fachtagungspremiere gleich gegen 200 Personen teilnehmen, unter ihnen auch Vertreter der französischsprachigen Schweiz, darf sie durchaus als Grosserfolg bezeichnet werden. Offenbar war es dem suissetec-Bildungsteam gelungen, genau die Themen auf die Agenda zu setzen, welche die Branchen aktuell beschäftigen. Und die Lehrmeisterinnen und Lehrmeister schienen hochmotiviert, einen Arbeitstag in die persönliche Horizonterweiterung zu investieren. Die Organisatoren wollten bei der Tagungsgestaltung bewusst gewohnte Pfade verlassen. Das zeigte sich in Dingen wie dem kollegialen Rahmen: «Wir sind heute alle per du» – oder im grafischen Live-Mitschnitt von Gianni Fabiano (brandstift.ch), einer Zeichenperformance, die man zu den Höhepunkten des Tages zählen darf. Im wahrsten Sinne des Wortes «plakativ» brachte Fabiano mit Filzstiften, Farben, Symbolen und nur wenigen Worten auf den Punkt, was Lehrende und Lernende der Gebäudetechnik zurzeit bewegt, was sie in Zukunft erwartet und welches die Erfolgsrezepte sind.

Duale Bildung schützen
Vor dem Programmstart hatte Oliver Reinmann, Zentralvorstand Ressort Bildung, die Lehrmeisterinnen und Lehrmeister offiziell begrüsst. Mit Blick auf die akuten Probleme in der Qualität der beruflichen Grundbildung betonte er: «Wir brauchen für die Ausbildung Visionen, Ideen und Mut zur Veränderung.» Serge Frech, Leiter Bildung bei suissetec, setzte ebenfalls ein Ausrufezeichen hinter den Handlungsbedarf: «Wir sind hier, weil wir ein Problem haben und weil sie die Lösung für dieses Problem sind», wandte er sich an die Lehrmeisterinnen und Lehrmeister. Teil der Lösung sei zudem ein fundamentaler Denkwandel, der jetzt dringend in den Köpfen der Verantwortlichen stattfinden müsse: «Wir dürfen die Lernenden nicht als billige Arbeitskräfte betrachten.»
Serge Frech gab zu bedenken, dass die heutigen Jugendlichen genauso wie jede Generation ihre Qualitäten besässen: «Aber sie benötigen intensive Betreuung, die zu 80 Prozent im Lehrbetrieb stattfindet. Und dort liegt die Verantwortung bei der Lehrmeisterin oder dem Lehrmeister.»

Mit Gumgum-Schwert zum Aha-Effekt
Die Inhalte wurden weniger nach klassischer Art im «Frontalunterricht» vermittelt, vielmehr stand das Mitmachen der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner im Zentrum; mit Haftnotizen, Flipchart-Skizzen und Körpereinsatz. In vier Gruppen aufgeteilt besuchten sie die verschiedenen Workshops mit den Themen «Revisionen» (Dietmar Eglseder, Leiter Grundbildung), «Rekrutierung» (Alois Gartmann, Leiter Höhere Berufsbildung) und «Meine Lernenden» (Sandro Pisaneschi, Beratungsbuffet AG).
Spätestens im vierten Workshop von Sven Stecher (Option Sigma), «Umgang mit Widerstand», erlebten die Damen und Herren, dass sich neue Erkenntnisse genauso gut auch spielerisch und mit Bewegung gewinnen lassen. Stecher hiess die Lehrmeisterinnen und -meister mit schaumstoffgepolsterten Gumgum-Schwertern paarweise zum Zweikampf anzutreten. Mit solchen an asiatische Kampfkunsttechniken angelehnten Übungen wurden Wege der Dynamik veranschaulicht und gezeigt, wie man sie kontrolliert. Genau wie im Schwertkampf sei es wichtig, bei Widerständen nicht gegen die Energie anzukämpfen, sondern sie aufzunehmen und umzuwandeln.