Interview mit Markus Tschanter, Ing. Mag. Markus Tschanter, Geschäftsführer der MicroSea Systems

Bendex, Interview Markus Tschanter

Markus Tschanter: «Dank digitaler Instrumente wird es in Zukunft möglich sein, mit weniger Fachpersonal eine höhere Produktivität zu erreichen.»
Interview: Manuel Fischer /

HK-Gebäudetechnik sprach mit Markus Tschanter, dem Geschäftsführer der Firma MicroSea System Solutions GmbH, über die Bedeutung intensiver Kunden-Hersteller-Beziehungen und wie diese in den laufenden Entwicklungsprozess miteinfliessen und somit ein ausgereiftes Produkt nochmals deutlich verbessern. MicroSea System Solutions GmbH aus Wien, welche die Softwarelösung Bendex weltweit entwickelt und vertreibt, erweitert dank dieser offenen Innovation ihren Kundenkreis ständig.

Die Spenglerei Schnyder AG ist «nur» ein handwerklicher Betrieb, der die Software Bendex aber schon sehr intensiv nutzt. Welche Bedeutung hat dieser Kunde für Sie als Produktentwickler?
Markus Tschanter: Mit Valentin Schnyder  konnte die MicroSea System Solutions  GmbH sicherlich einen der ambitioniertesten  und innovativsten Partner in der  Schweiz gewinnen, der wertvolles Feedback  und Impulse zu den speziellen Anforderungen  der Schweizer Spenglerbranche eingebracht  hat. Die MicroSea System Solutions  GmbH hat das wertvolle Feedback sofort  aufgenommen und den Leistungsumfang  der Gesamtlösung Bendex Enterprise Suite  entsprechend adaptiert und erweitert, sodass  nun auch weitere sehr spezifische Anforderungen  der Spenglerbranche in der Schweiz abgedeckt werden können. Durch die grundsätzliche Produkt- und Lizenzstrategie (Software-as-a-Service-Konzept) und den damit verbundenen laufenden Updates wächst der Bendex-Leistungsumfang stetig und der Kunde profitiert von der stetigen Qualitätsverbesserung. Das Beispiel der Spenglerei Schnyder zeigt, dass die Digitalisierung nicht nur unter dem technisch-zeitökonomischen Aspekt Vorteile bringt, sondern auch das Geschäftsmodell verändert. Damit erschliessen sich auch für einen handwerklich orientierten Betrieb ganz neue Geschäftsfelder.

Die Spenglerei Schnyder AG profitiert maximal von der Bendex-Software, indem die Produktion von Blechen (Spaltanlage, Stanzen, Schwenkbiegen) angeschlossen ist. Nicht jeder Betrieb verfügt vielleicht über einen derart exzellenten Maschinenpark. Lohnt es sich dennoch, mit Bendex zu arbeiten, wenn man die Anbindung nicht hat?
Die Einführung von Bendex lohnt sich für Produzenten in jedem Fall. Die direkte Datenübernahme der Maschinen ist für den allerersten Schritt nicht elementar, da bereits die saubere Auftragserfassung sowie die daraus abgeleitete automatische und somit vollständige Generierung der Fertigungsdaten in Form von Produktionszeichnungen, Materialbedarfslisten, Zuschnittplänen sowie Etiketten zur Teileidentifikation wesentliche Vorteile bringt und somit nachhaltigen Nutzen stiftet. Natürlich würde die direkte Maschinenanbindung darüber hinaus auch die Fehlerquelle «Biegeteile» eliminieren und den Produktionsablauf nochmals beschleunigen.

Für welche Spenglerbetriebe lohnt sich der Einstieg in die Digitalisierung? Kleinbetriebe oder Grossbetriebe?
Die Frage wird nicht sein, ob man einsteigen sollte, sondern lediglich wann und ob man gewisse Veränderungen und Geschehnisse verpasst. Nicht die Digitalisierung selbst ist die Veränderung, sondern die veränderten Märkte und Wettbewerbssituationen. Diese werden sich in den kommenden Jahren massiv verändern und die Frage wird sein, welches Unternehmen sich zukunftsfit aufgestellt hat. Mit dem modularen Funktionsaufbau und Versionen von Bendex bieten wir Lösungen, die sich sowohl für den Kleinstbetrieb als auch für börsennotierte Industriebetriebe ideal eignen und in Abhängigkeit der kundenindividuellen, unternehmerischen Entwicklungen wachsen und skalieren können.

Der Spenglereiunternehmer Valentin Schnyder sagt, dass er mit der Digitalisierung dem Fachkräftemangel ein Stück weit entgegensteuern könne. Teilen Sie seine Einschätzung?
Absolut, ja. Ein zentraler Aspekt der Digitalisierung und im Speziellen des Bereichs Industrie 4.0 ist die Lösung des akuten Fachkräftemangels, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Mit Systemen wie Bendex und einer vernetzten Produktion wird es möglich sein, auch mit weniger Fachpersonal eine höhere Produktivität als heute zu erreichen, da Abläufe automatisiert und Fehler somit vermieden werden können. Unternehmensweite Vorgaben, Teiledefinitionen, Maschinenkorrekturen und Produktionsabläufe usw. können direkt im System hinterlegt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Implementierung eines einheitlichen Kalkulationsmodells im Unternehmen, das dann von allen Vertriebsmitarbeitern aber auch Kunden und Partnern einheitlich angewendet werden kann. Rabatte, Bonussystem aber auch Sonderkalkulationen können dann zentral und nachvollziehbar im System erledigt werden.

Ist es für Anfänger einfach, die vielfältigen Tools und Module der Bendex-Software zu erlernen? Bei der Entwicklung der verschiedenen Softwaremodule haben wir grössten Fokus auf die einfache aber vor allem intuitive Bedienung gelegt. Dies zum einen um den verbundenen Schulungsaufwand gering und zum anderen die Einführungsphase unserer Systeme entsprechend kurz zu halten. Aufgrund des breiten Anwenderspektrums ist dies für eine erfolgreiche Projektumsetzung von entscheidender Bedeutung.

Wer sorgt sich um die Schulung und den Support für Kunden aus der Schweiz?
Dazu steht die Firma Gebrüder Spiegel AG in Tägerwilen den Schweizer Kunden als unser offizieller und direkter Vertriebspartner gerne zur Seite. Die Kunden profitieren dabei von erstklassiger Beratung bis zum Support für Software, aber auch von einem passenden Angebot von Maschinen und Dienstleistungen.

www.bendex.at