Die Welt hat vor 30 Jahren eine Chance verpasst. Erkenntnisse und Technik für die Solarwärmenutzung wären damals schon bekannt gewesen. An den 45. Solothurner Filmtagen Ende Januar wurde der Dokumentarfilm «A Road Not Taken» gezeigt. Zwei Jungfilmer erforschen darin die Geschichte einer verschollenen Solaranlage. US-Präsident Jimmy Carter hatte die Anlage 1979 in einem symbolischen Akt auf dem Dach des Weissen Hauses installiert und verkündete ein umfassendes Förderprogramm für Alternativenergien. Er wollte andere Wege gehen, weil er damals schon eine Energiekrise befürchtete.
Nach nur einer Amtsperiode von vier Jahren wurde Jimmy Carter abgewählt. Die Amerikaner wollten nicht länger einen Präsidenten, der ihnen immer wieder sagte, man müsse tun, was getan werden könnte. Sie wollten nur billiges Benzin. Sie wählten den charmanten und aus Kinofilmen bekannten Ronald Reagan. Dieser liess die Sonnenkollektoren 1986 demontieren und beerdigte das Energieprogramm.
Im Film werden die Kollektoren in einem Lagerhaus aufgespürt und die unterschiedlichsten Menschen interviewt, die sich an die Zeit um 1980 erinnern. In seiner feierlichen Ansprache 1979 nahm Jimmy Carter das tatsächliche Schicksal seiner Kollektoren selber vorweg: «In the year 2000, this solar waterheater behind me will still be here supplying cheap, efficient energy. A generation from now, this solar heater can either be a curiosity, a museum piece, an example of a road not taken», oder er könne ein Bauelement werden zu einem der grössten Abenteuer für die amerikanische Gesellschaft. Im Rahmen der Filmarbeiten konnte einer der geschichtsträchtigen Kollektoren ins «Museum of American History» aufgenommen werden.
Carter war seiner Zeit um 30 Jahre voraus. Vor dem Hintergrund der zeitweise hohen Ölpreise, der Klimadiskussion, der Kriege im Nahen Osten und der nicht unerschöpflichen Erdölreserven, ist seine Rede wieder sehr aktuell. Ein US-Präsident könnte heute praktisch die identischen Sätze sagen. Teile der Ansprache von Jimmy Carter bei der feierlichen Einweihung der Solaranlage 1979 auf dem Weissen Haus sind im Trailer zum Film enthalten (www.roadnottaken.info). Der 3-minütige Trailer allein ist schon sehenswert.
Heftige Stürme ziehen oft in den Wintermonaten Dezember bis Februar über die Schweiz. Andreas Walker berichtet ab Seite 16 über Vivian, Lothar & Co., über die Zerstörungskraft dieser starken Westwinde sowie über Voraussagen, wie die Stürme künftig verändert auftreten. Am Schluss des Beitrags sind Massnahmen aufgelistet gegen Sturmschäden an Gebäuden.
Die Swissbau verhalf Mitte Januar auch den Gebäudetechnik-Branchen zu einem motivierenden Start ins neue Jahr. Sechs weitere Fachjournalisten waren neben Franz Lenz und mir für HK-GT in Basel an der Messe unterwegs. In dieser Ausgabe sind Beiträge von Jürg Wellstein, Thomas Glatthard, Richard Staub und im suissetec-Teil ab Seite 54 von Marcel Baud. Der allgemeine Messe-Rückblick ist auf den Seiten 69–71. Die weiteren Swissbau-Berichte zu verschiedenen Themen erscheinen in den kommenden Ausgaben von HK-Gebäudetechnik.
" />
Peter Warthmann, Chefredaktor




