Solarkraftanlagen in der Sahare sollen ab 2019 etwa fünfzehn Prozent des europäischen Stromverbrauchs decken. Das ist die Vision mehrerer internationaler Industrie- und Finanzkonzerne. Diese wollen sich unter deutscher Führung und angetrieben von der Münchner Rück am 13. Juli zu einem internationalen Konsortium zusammenschliessen. In zwei bis drei Jahren sollen dann konkrete Pläne zur Umsetzung eines riesigen Solarparks in der Wüste vorgelegt werden. 400 Milliarden Euro soll in das Projekt investiert werden – auch die schweizerische ABB könnte viele Aufträge erhalten. Dies berichten mehrere Medien.
Technisch machbar ist der Strom aus der Wüste schon heute. Der Strom könnte über Hochspannungsnetze auch unter Wasser nach Europa transportiert werden. In Spanien und Kalifornien gibt es Pilotanlagen, welche Sonnenlicht über Spiegel auf ein ölgefülltes Rohr lenken, damit Wasser verdampfen und Turbinen zur Stromerzeugung antreiben. Dieser Solarstrom sei nur halb so teuer wie bei Photovoltaik-Anlagen, sagt Michael Straub. Er ist Sprecher der Desertec Foundation, die sich schon jetzt mit den Visionen und Ideen befasst, welche am 13. Juli im internationalen Konsortium weiter besprochen werden sollen.
Weiterführende Informationen
- Webseite der Desertec Foundation
- «Europäische Firmen planen gigantische Stromversorgung aus der Wüste», Artikel im Tagesanzeiger, 16. Juni 2009
- «ABB hofft auf Desertec-Grossauftrag», SF Tagesschau, 16. Juni 2009
- Video «ABB hofft auf «Desertec»-Grossauftrag», SF 10vor10, 16. Juni 2009




